Bei­der­sei­ti­ge Zusatz­ver­sor­gun­gen im Ver­sor­gungs­aus­gleich – und die Baga­tell­gren­ze

Bei bei­der­sei­ti­gen Anrech­ten glei­cher Art iSv § 18 Abs. 1 VersAus­glG ist zunächst zu prü­fen, ob die Dif­fe­renz der Aus­gleichs­wer­te gering ist; ergibt die Prü­fung, dass die gleich­ar­ti­gen Anrech­te in den Ver­sor­gungs­aus­gleich ein­zu­be­zie­hen sind, weil die Dif­fe­renz der Aus­gleichs­wer­te die Baga­tell­gren­ze über­schrei­tet, fin­det § 18 Abs. 2 VersAus­glG auf die­se Anrech­te kei­ne Anwen­dung1.

Bei­der­sei­ti­ge Zusatz­ver­sor­gun­gen im Ver­sor­gungs­aus­gleich – und die Baga­tell­gren­ze

Wenn sowohl das Anrecht des Ehe­man­nes (hier: bei der VBL) als auch das Anrecht der Ehe­frau (hier: bei der ZVK) auf einer Pflicht­ver­si­che­rung beruht, besteht Ver­an­las­sung zu der Prü­fung, ob es sich bei den wech­sel­sei­ti­gen Anrech­ten der Zusatz­ver­sor­gung des öffent­li­chen Diens­tes um gleich­ar­ti­ge Anrech­te im Sin­ne von § 18 Abs. 1 VersAus­glG han­delt2.

Da offen­sicht­lich sowohl das Anrecht des Ehe­man­nes bei der VBL als auch das Anrecht der Ehe­frau bei der ZVK auf einer Pflicht­ver­si­che­rung beruht, hät­te Ver­an­las­sung zu der Prü­fung bestan­den, ob es sich bei den wech­sel­sei­ti­gen Anrech­ten der Zusatz­ver­sor­gung des öffent­li­chen Diens­tes um gleich­ar­ti­ge Anrech­te im Sin­ne von § 18 Abs. 1 VersAus­glG han­delt3.

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist bei bei­der­sei­ti­gen Anrech­ten glei­cher Art zunächst zu prü­fen, ob die Dif­fe­renz der Aus­gleichs­wer­te gering ist. Ergibt die Prü­fung, dass die gleich­ar­ti­gen Anrech­te in den Ver­sor­gungs­aus­gleich ein­zu­be­zie­hen sind, weil die Dif­fe­renz der Aus­gleichs­wer­te die Baga­tell­gren­ze über­schrei­tet, fin­det § 18 Abs. 2 VersAus­glG auf die­se Anrech­te kei­ne Anwen­dung4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. Juni 2016 – XII ZB 664/​14

  1. im Anschluss an BGH, Beschlüs­se vom 18.01.2012 XII ZB 501/​11 Fam­RZ 2012, 513; und vom 30.11.2011 XII ZB 344/​10 Fam­RZ 2012, 192 []
  2. vgl. dazu OLG Hamm Beschluss vom 09.03.2016 – 2 UF 226/​15; OLG Stutt­gart Fam­RZ 2015, 1502, 1503; OLG Bran­den­burg Beschluss vom 12.11.2013 – 3 UF 100/​12 []
  3. vgl. dazu OLG Hamm Beschluss vom 09.03.2016 – 2 UF 226/​15; OLG Stutt­gart Fam­RZ 2015, 1502, 1503; OLG Bran­den­burg Beschluss vom 12.11.2013 – 3 UF 100/​12 []
  4. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 18.01.2012 – XII ZB 501/​11 , Fam­RZ 2012, 513 Rn.19 ff.; und vom 30.11.2011 – XII ZB 344/​10 , Fam­RZ 2012, 192 Rn. 29 ff. []