Beschwer bei einem Aus­kunfts­an­spruch

Der Wert des Beschwer­de­ge­gen­stan­des im Rechts­mit­tel­ver­fah­ren über die Ver­pflich­tung zur Aus­kunfts­er­tei­lung in einem Güter­rechts­ver­fah­ren (§ 1379 Abs. 1 BGB) rich­tet sich nach dem wirt­schaft­li­chen Inter­es­se des – in ers­ter Instanz unter­le­ge­nen – Anspruch­stel­lers an der Ertei­lung der Aus­kunft. Weil die Aus­kunft die Gel­tend­ma­chung des Leis­tungs­an­spruchs erst vor­be­rei­ten und erleich­tern soll, beträgt der Wert des Aus­kunfts­an­spruchs in der Regel einen Bruch­teil, näm­lich 1/​10 bis 1/​4 des Leis­tungs­an­spruchs. Zur Ermitt­lung des­sen Wer­tes ist anhand des Tat­sa­chen­vor­trags des Anspruch­stel­lers danach zu fra­gen, wel­che Vor­stel­lun­gen er sich vom Wert des Leis­tungs­an­spruchs gemacht hat 1. Die Fra­ge, ob dem Anspruch­stel­ler der gel­tend gemach­te Aus­kunfts­an­spruch, des­sen er sich berühmt, auch zusteht, hat kei­nen Ein­fluss auf die für die Zuläs­sig­keit des Rechts­mit­tels maß­geb­li­che Beschwer. Sie ist viel­mehr im Rah­men der Begründ­etheit zu beant­wor­ten.

Beschwer bei einem Aus­kunfts­an­spruch

Der Wert des Beschwer­de­ge­gen­stan­des rich­tet sich im Rechts­mit­tel­ver­fah­ren über die Ver­pflich­tung zur Aus­kunfts­er­tei­lung in einem Güter­rechts­ver­fah­ren (§ 1379 Abs. 1 BGB) nach dem wirt­schaft­li­chen Inter­es­se des – in ers­ter Instanz unter­le­ge­nen – Anspruch­stel­lers an der Ertei­lung der Aus­kunft, wobei das Inter­es­se gemäß § 3 ZPO nach frei­em Ermes­sen zu schät­zen ist 2.

Weil die Aus­kunft die Gel­tend­ma­chung des Leis­tungs­an­spruchs erst vor­be­rei­ten und erleich­tern soll, beträgt der Wert des Aus­kunfts­an­spruchs in der Regel einen Bruch­teil, näm­lich 1/​10 bis 1/​4 des Leis­tungs­an­spruchs und ist umso höher anzu­set­zen, je gerin­ger die Kennt­nis­se des Anspruch­stel­lers von den zur Begrün­dung des Leis­tungs­an­spruchs maß­geb­li­chen Tat­sa­chen sind 3.

Der Leis­tungs­an­spruch bil­det die Schät­zungs­grund­la­ge für den anzu­set­zen­den Wert und ist eben­falls gemäß § 3 ZPO zu schät­zen. Dies geschieht nach objek­ti­ven Anhalts­punk­ten, wobei anhand des Tat­sa­chen­vor­trags des Klä­gers danach zu fra­gen ist, wel­che Vor­stel­lun­gen er sich vom Wert des Leis­tungs­an­spruchs gemacht hat 4. Dabei ist auch zu berück­sich­ti­gen, ob ein sol­cher Anspruch nach den fest­ge­stell­ten Ver­hält­nis­sen über­haupt oder nur in gerin­ge­rer Höhe in Betracht kommt, mit der Fol­ge, dass das Inter­es­se des Recht­mit­tel­klä­gers dann unter wirt­schaft­li­chen Gesichts­punk­ten ent­spre­chend gerin­ger zu bewer­ten ist 5.

Dage­gen hat die Fra­ge, ob der Anspruch­stel­ler den gel­tend gemach­ten Aus­kunfts­an­spruch, des­sen er sich berühmt, auch tat­säch­lich hat, kei­nen Ein­fluss auf die für die Zuläs­sig­keit maß­geb­li­che Beschwer. Sie ist viel­mehr im Rah­men der Begründ­etheit zu beant­wor­ten.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Okto­ber 2011 – XII ZB 127/​11

  1. im Anschluss an BGH, Urteil vom 31.03.1993 – XII ZR 67/​92, Fam­RZ 1993, 1189; Beschluss vom 19.05.1982 – IVb ZB 80/​82, Fam­RZ 1982, 787, 788[]
  2. vgl. BGH, Urtei­le vom 08.01.1997 – XII ZR 307/​95, Fam­RZ 1997, 546; vom 31.03.1993 – XII ZR 67/​92, Fam­RZ 1993, 1189 und BGH Beschluss vom 19.09.2007 – IV ZR 226/​06[]
  3. BGH, Urteil vom 31.03.1993 – XII ZR 67/​92, Fam­RZ 1993, 1189; BGH, Beschluss vom 19.05.1982 – IVb ZB 80/​82, Fam­RZ 1982, 787, 788; BGH Beschluss vom 25.01.2006 – IV ZR 195/​04, Fam­RZ 2006, 619; so auch Zöller/​Herget ZPO 28. Aufl. § 3 Rn. 16 "Aus­kunft"[]
  4. BGH, Urtei­le vom 08.01.1997 XII ZR 307/​95, Fam­RZ 1997, 546 und vom 31.03.1993 XII ZR 67/​92, Fam­RZ 1993, 1189; BGH Beschluss vom 25.01.2006 IV ZR 195/​04, Fam­RZ 2006, 619; Zöller/​Herget ZPO 28. Aufl. § 3 Rn. 16 "Aus­kunft"[]
  5. BGH, Urteil vom 31.03.1993 – XII ZR 67/​92, Fam­RZ 1993, 1189[]