Beschwer­de gegen eine iso­lier­te Kos­ten­ent­schei­dung in einer nicht ver­mö­gens­recht­li­chen Fami­li­en­sa­che

Vor­aus­set­zung für die Zuläs­sig­keit einer Beschwer­de gegen eine iso­lier­te Kos­ten­ent­schei­dung in einer nicht ver­mö­gens­recht­li­chen Fami­li­en­sa­che ist, dass der Wert des Beschwer­de­ge­gen­stan­des 600 Euro über­steigt (§ 61 Abs. 1 FamFG).

Beschwer­de gegen eine iso­lier­te Kos­ten­ent­schei­dung in einer nicht ver­mö­gens­recht­li­chen Fami­li­en­sa­che

Die Beschwer­de ist zwar gem. § 58 Abs. 1 FamFG statt­haft 1. Sie ist aber unzu­läs­sig, wenn weder der Wert des Beschwer­de­ge­gen­stan­des € 600,00 über­steigt (§ 61 Abs. 1 FamFG) noch das Fami­li­en­ge­richt die Beschwer­de zuge­las­sen hat (§ 61 Abs. 2 FamFG).

Ob die­ser Beschwer­de­wert für die Anfech­tung einer iso­lier­ten Kos­ten­ent­schei­dung in einer nicht ver­mö­gens­recht­li­chen Fami­li­en­sa­che erreicht sein muss, wird aller­dings nicht ein­heit­lich beur­teilt. Zum Teil wird ver­tre­ten, dass dies nicht der Fall sei, weil in sol­chen Ver­fah­ren auch für die Anfech­tung der Haupt­sa­che­ent­schei­dung nebst Kos­ten­ent­schei­dung der Beschwer­de­wert nicht erreicht sein müs­se 2. Über­wie­gend 3, und zwar auch vom erken­nen­den Senat wird jedoch auch in die­sen Fäl­len das Errei­chen des Beschwer­de­werts gefor­dert. Denn das Beschwer­de­ver­fah­ren stellt eine ver­mö­gens­recht­li­che Ange­le­gen­heit dar, wenn das Recht, des­sen Schutz der Beschwer­de­füh­rer ver­folgt, auf einer ver­mö­gens­recht­li­chen Bezie­hung beruht oder auf Geld oder Geld­wert gerich­tet ist 4. Dies ist der Fall, wenn – wie hier – der Beschwer­de­füh­rer mit der Beschwer­de nur das Ziel ver­folgt, die Kos­ten des Ver­fah­rens nicht oder in gerin­ge­rem Umfang tra­gen zu müs­sen, als erst­in­stanz­lich ent­schie­den.

Han­sea­ti­sches Ober­lan­des­ge­richt in Bre­men, Beschluss vom 16. Janu­ar 2013 – 5 WF 3/​13

  1. vgl. Kei­del/­Mey­er-Holz, FamFG, 17. Aufl., § 58 Rn. 97 m. w. Nachw.[]
  2. so etwa OLG Düs­sel­dorf, Fam­RZ 2012, 1827; OLG Nürn­berg, Fam­RZ 2010, 998[]
  3. vgl. OLG Bre­men, Beschluss vom 06.10.2011 – 4 WF 107/​11; OLG Bam­berg, Beschluss vom 18.10.2012 – 2 UF 275/​12; OLG Zwei­brü­cken, Fam­RZ 2012, 238; OLG Bran­den­burg, Fam­RZ 2011, 1616; OLG Schles­wig, Fam­RZ 2011, 998; OLG Stutt­gart, Fam­RZ 2010, 664; Keidel/​Zimmermann, a. a. O., § 81 Rn. 81 m. w. Nachw.[]
  4. Müt­her, in: Bork/​Jacoby/​Schwab, Kom­men­tar zum FamFG, § 61 FamFG Rn 5[]
  5. BGH, Beschluss vom 28.09.2011 – XII ZB 2/​11, Fam­RZ 2011, 1933[]