Beschwer­de­be­fug­nis des Ver­sor­gungs­trä­gers im Ver­sor­gungs­aus­gleich

Auch ein am Ver­fah­ren über den Ver­sor­gungs­aus­gleich betei­lig­ter oder zu betei­li­gen­der betrieb­li­cher oder pri­va­ter Ver­sor­gungs­trä­ger wird durch eine gericht­li­che Ent­schei­dung grund­sätz­lich bereits dann in sei­nem Recht beein­träch­tigt, wenn der Ver­sor­gungs­aus­gleich mit einem im Gesetz nicht vor­ge­se­he­nen Ein­griff in sei­ne Rechts­stel­lung ver­bun­den ist, ohne dass es auf eine finan­zi­el­le Mehr­be­las­tung ankommt 1.

Beschwer­de­be­fug­nis des Ver­sor­gungs­trä­gers im Ver­sor­gungs­aus­gleich

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung wird ein am Ver­fah­ren über den Ver­sor­gungs­aus­gleich betei­lig­ter oder zu betei­li­gen­der Sozi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger durch eine gericht­li­che Ent­schei­dung grund­sätz­lich bereits dann in sei­nem Recht beein­träch­tigt, wenn der Ver­sor­gungs­aus­gleich mit einem im Gesetz nicht vor­ge­se­he­nen Ein­griff in sei­ne Rechts­stel­lung ver­bun­den ist, ohne dass es auf eine finan­zi­el­le Mehr­be­las­tung ankommt 2. Das­sel­be gilt seit dem Inkraft­tre­ten des Geset­zes über den Ver­sor­gungs­aus­gleich am 1.09.2009 für die nun­mehr unmit­tel­bar in den öffent­lich­recht­li­chen Ver­sor­gungs­aus­gleich ein­be­zo­ge­nen betrieb­li­chen 3 und pri­va­ten Ver­sor­gungs­trä­ger 4.

Greift der Ver­sor­gungs­trä­ger den ihn betref­fen­den Aus­spruch zum Ver­sor­gungs­aus­gleich an, so bil­det das betrof­fe­ne Anrecht ins­ge­samt den Beschwer­de­ge­gen­stand. Besteht das aus­zu­glei­chen­de Anrecht nicht bei dem im Beschluss genann­ten Ver­sor­gungs­trä­ger, so ist auf sei­ne Beschwer­de hin nicht nur die zum Aus­gleich des Anrechts getrof­fe­ne Anord­nung auf­zu­he­ben, son­dern der­je­ni­ge Ver­sor­gung­trä­ger in der Beschwer­de­instanz neu zu betei­li­gen, bei dem das Anrecht tat­säch­lich besteht (vgl. § 219 Nr. 2 FamFG), und über den Aus­gleich des Anrechts ins­ge­samt neu zu ent­schei­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 31. Okto­ber 2012 – XII ZB 588/​11

  1. im Anschluss an BGH, Beschlüs­se vom 07.03.2012 – XII ZB 599/​10, Fam­RZ 2012, 851; und vom 25.11.1981 – IV b ZB 616/​80, Fam­RZ 1982, 155, 156[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 23.05.1990 – XII ZB 62/​88, Fam­RZ 1990, 1099; und vom 25.11.1981 IVb ZB 616/​80, Fam­RZ 1982, 155, 156[]
  3. BGH, Beschluss vom 07.03.2012 XII ZB 599/​10, Fam­RZ 2012, 851[]
  4. vgl. Keidel/​MeyerHolz FamFG 17. Aufl. § 59 Rn. 72 f.; Holzer/​Netzer FamFG § 59 Rn.20[]