Beschwer­de­recht des Ver­sor­gungs­trä­gers im Ver­sor­gungs­aus­gleich

Gegen eine Ent­schei­dung zum Ver­sor­gungs­aus­gleich, mit der das Fami­li­en­ge­richt Ent­gelt­punk­te vom Ver­si­che­rungs­kon­to des einen Ehe­gat­ten auf das bei einem ande­ren Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger geführ­te Ver­si­che­rungs­kon­to des ande­ren Ehe­gat­ten über­trägt, steht bei­den betrof­fe­nen Ver­sor­gungs­trä­gern die Beschwer­de zu, ohne dass es auf eine finan­zi­el­le Mehr­be­las­tung ankommt 1.

Beschwer­de­recht des Ver­sor­gungs­trä­gers im Ver­sor­gungs­aus­gleich

Der Ver­sor­gungs­trä­ger ist beschwer­de­be­rech­tigt (§ 59 Abs. 1 FamFG). Das Fami­li­en­ge­richt hat in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall den Aus­gleich der bei dem Ver­sor­gungs­trä­ger erwor­be­nen Anrech­te näm­lich voll­zo­gen, indem es Ent­gelt­punk­te von dem bei ihr geführ­ten Ver­si­che­rungs­kon­to auf das bei einem ande­ren Ver­sor­gungs­trä­ger geführ­te Ver­si­che­rungs­kon­to des inso­weit aus­gleichs­be­rech­tig­ten Ehe­gat­ten über­tra­gen hat.

Für die­se Über­tra­gung begrün­det § 219 Nr. 3 FamFG die Betei­lig­ten­stel­lung auch des­je­ni­gen Ver­sor­gungs­trä­gers, bei dem ein Anrecht zum Zweck des Aus­gleichs begrün­det wer­den soll. Zwar hat der Gesetz­ge­ber mit der Vor­schrift des § 219 Nr. 3 FamFG vor­nehm­lich die Ziel­ver­sor­gungs­trä­ger im Fal­le einer exter­nen Tei­lung in den Blick genom­men 2.

Der Wort­laut des Geset­zes beschränkt den Anwen­dungs­be­reich der Vor­schrift jedoch nicht auf Fäl­le der exter­nen Tei­lung. Fin­det bei der inter­nen Tei­lung eine Ver­rech­nung bei dem­sel­ben oder zwi­schen ver­schie­de­nen Ver­sor­gungs­trä­gern statt (§ 10 Abs. 2 Satz 1, 2 VersAus­glG), ist im Ver­sor­gungs­aus­gleichs­ver­fah­ren eben­falls die Betei­li­gung bei­der Ver­sor­gungs­trä­ger gebo­ten, auf die sich die anzu­ord­nen­de Tei­lung bei der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung durch Zu- und Abschlä­ge an Ent­gelt­punk­ten (§§ 76 Abs. 2, 3, 120 f. Abs. 1 SGB VI) 3 aus­wirkt 4.

Aus der dadurch begrün­de­ten Betei­lig­ten­stel­lung des "abge­ben­den" Ver­sor­gungs­trä­gers auch in Bezug auf das von dem Ehe­mann bei ihm erwor­be­ne Anrecht folgt die Beschwer­de­be­rech­ti­gung bei­der Ver­sor­gungs­trä­ger, ohne dass es auf eine finan­zi­el­le Mehr­be­las­tung ankommt 5.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. Janu­ar 2013 – XII ZB 491/​11

  1. im Anschluss an BGH, Beschluss vom 09.01.2013 – XII ZB 550/​11[]
  2. vgl. BT-Drucks. 16/​10144 S. 93; Keidel/​Weber FamFG 17. Aufl. § 219 Rn. 4; Schul­te-Bun­er­t/Wein­reich/­Reh­me FamFG 3. Aufl. § 219 Rn. 2[]
  3. vgl. inso­weit BT-Drucks. 16/​10144 S. 54, 100 und FAKomm-Fam­R/Wick 5. Aufl. § 10 VersAus­glG Rn. 11[]
  4. vgl. Prütting/​Helms/​Wagner FamFG 2. Aufl. § 219 Rn.19 f.[]
  5. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 09.01.2013 XII ZB 550/​11 zur Ver­öf­fent­li­chung bestimmt; vom 23.05.1990 XII ZB 62/​88 Fam­RZ 1990, 1099 und vom 25.11.1981 IVb ZB 616/​80 Fam­RZ 1982, 155, 156[]