Besitz­stands­ren­te im Ver­sor­gungs­aus­gleich

Hat ein Ver­sor­gungs­be­rech­tig­ter bereits am 31. Dezem­ber 2001 eine lau­fen­de Ver­sor­gungs­ren­te der VBL bezo­gen, die infol­ge des Sys­tem­wech­sels in der Zusatz­ver­sor­gung des öffent­li­chen Diens­tes seit 1. Janu­ar 2002 als Besitz­stands­ren­te gezahlt wird, ist der Ehe­zeit­an­teil der Besitz­stands­ren­te im Zeit-Zeit-Ver­hält­nis der in der Ehe­zeit zurück­ge­leg­ten zur gesam­ten gesamt­ver­sor­gungs­fä­hi­gen Zeit im Sin­ne von § 43 VBL‑S a.F. zu berech­nen.

Besitz­stands­ren­te im Ver­sor­gungs­aus­gleich

Die zum 31. Dezem­ber 2001 nach § 75 Abs. 1 VBL‑S ermit­tel­te Besitz­stands­ren­te ist jedoch auf ein vor die­sem Stich­tag lie­gen­des Ehe­zei­ten­de zurück­zu­rech­nen. Die Rück­rech­nung hat grund­sätz­lich anhand des Ver­hält­nis­ses des gesamt­ver­sor­gungs­fä­hi­gen Ent­gelts zum 31. Dezem­ber 2001 zum gesamt­ver­sor­gungs­fä­hi­gen Ent­gelt bei Ehe­zei­ten­de zu erfol­gen 1.

Der Ehe­zeit­an­teil einer im Zeit­punkt der Ent­schei­dung lau­fen­den und im Leis­tungs­sta­di­um voll­dyna­mi­schen Ren­te ist regel­mä­ßig nur dann mit sei­nem Nomi­nal­be­trag und ohne Umrech­nung nach der Bar­wert-Ver­ord­nung aus­zu­glei­chen, wenn die Ver­sor­gung schon im Anwart­schafts­sta­di­um voll­dyna­misch war oder mit dem Ein­tritt des Ver­sor­gungs­falls eine bestehen­de ver­fall­ba­re (Anwart­schafts­dy­na­mik) unver­fall­bar und das Anrecht damit ins­ge­samt voll­dyna­misch wird oder wenn die Ren­te schon zum Ende der Ehe­zeit bezo­gen wur­de 2. c) Zur Anwend­bar­keit des § 1587 c Nr. 1 BGB im Abän­de­rungs­ver­fah­ren nach § 10 a VAHRG bei einem per­sön­li­chen Fehl­ver­hal­ten des aus­gleichs­be­rech­tig­ten Ehe­gat­ten 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 6. Mai 2009 – XII ZB 24/​07

  1. im Anschluss an BGH, Beschluss vom 14. Janu­ar 2009 – XII ZB 74/​08Fam­RZ 2009, 586, 589[]
  2. im Anschluss an die BGH-Beschlüs­se vom 29. April 2009 – XII ZB 182/​07 – zur Ver­öf­fent­li­chung bestimmt; vom 25. April 2007 – XII ZB 206/​06Fam­RZ 2007, 1084, 1086 und vom 20. Sep­tem­ber 2006 – XII ZB 248/​03Fam­RZ 2007, 23, 26 f.[]
  3. im Anschluss an BGH, Beschluss vom 11. Okto­ber 2006 – XII ZB 39/​03Fam­RZ 2007, 360, 362[]