Betreu­er­aus­wahl – und der Wunsch der Betrof­fe­nen

Das Gericht hat im Rah­men des Betreu­ungs­ver­fah­rens die erfor­der­li­chen Fest­stel­lun­gen zur Betreu­er­aus­wahl zu tref­fen und dabei unter ande­rem die Betrof­fe­ne auch zu ihrem Betreu­er­wunsch per­sön­lich anzu­hö­ren 1.

Betreu­er­aus­wahl – und der Wunsch der Betrof­fe­nen

Im Rah­men sei­ner danach zur Per­son des Betreu­ers zu tref­fen­den Ent­schei­dung wird das Gericht gege­be­nen­falls § 1897 Abs. 4 Satz 1 BGB zu berück­sich­ti­gen haben. Die­se Vor­schrift räumt dem Tatrich­ter bei der Aus­wahl des Betreu­ers kein Ermes­sen ein. Es ist die Per­son zum Betreu­er zu bestel­len, die der Betrof­fe­ne wünscht.

Der Wil­le des Betrof­fe­nen kann nur dann unbe­rück­sich­tigt blei­ben, wenn die Bestel­lung der vor­ge­schla­ge­nen Per­son sei­nem Wohl zuwi­der­läuft.

Dies setzt vor­aus, dass sich auf­grund einer umfas­sen­den Abwä­gung aller rele­van­ten Umstän­de Grün­de von erheb­li­chem Gewicht erge­ben, die gegen die Bestel­lung der vor­ge­schla­ge­nen Per­son spre­chen. Es muss die kon­kre­te Gefahr bestehen, dass der Vor­ge­schla­ge­ne die Betreu­ung des Betrof­fe­nen nicht zu des­sen Wohl füh­ren kann oder will 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. Mai 2016 – XII ZB 579/​15

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 21.11.2012 – XII ZB 384/​12 Fam­RZ 2013, 286 Rn. 11; und vom 16.03.2011 – XII ZB 601/​10 Fam­RZ 2011, 880 Rn. 17[]
  2. BGH, Beschluss vom 25.03.2015 – XII ZB 621/​14 Fam­RZ 2015, 1178 Rn. 28 mwN[]