Betreu­er­wech­sel – und die Beschwer­de­be­fug­nis der Ange­hö­ri­gen

Die Beschwer­de­be­fug­nis naher Ange­hö­ri­ger nach § 303 Abs. 2 Nr. 1 FamFG erstreckt sich auch auf eine betreu­ungs­ge­richt­li­che Ent­schei­dung, mit der ein Betreu­er­wech­sel abge­lehnt wor­den ist 1.

Betreu­er­wech­sel – und die Beschwer­de­be­fug­nis der Ange­hö­ri­gen

Der Bun­des­ge­richts­hof hat bereits zwi­schen­zeit­lich ent­schie­den, dass der Kreis der Ent­schei­dun­gen, die Gegen­stand einer Beschwer­de des durch § 303 Abs. 2 Nr. 1 FamFG pri­vi­le­gier­ten Per­so­nen­krei­ses sein kön­nen, durch die Neu­re­ge­lung der Beschwer­de­be­rech­ti­gung naher Ange­hö­ri­ger in § 303 Abs. 2 Nr. 1 FamFG in glei­chem Umfang eine Erwei­te­rung erfah­ren hat wie das Betei­li­gungs- und Beschwer­de­recht der Betreu­ungs­be­hör­de durch die Rege­lun­gen in § 303 Abs. 1 FamFG und § 274 Abs. 3 FamFG. Des­halb erstreckt sich die Beschwer­de­be­fug­nis naher Ange­hö­ri­ger nach § 303 Abs. 2 Nr. 1 FamFG auch auf eine betreu­ungs­ge­richt­li­che Ent­schei­dung, mit der ein von ihnen ange­reg­ter Betreu­er­wech­sel vom Amts­ge­richt abge­lehnt wor­den ist 2.

Vor­lie­gend waren die Toch­ter und die Enke­lin des Betreu­ten im erst­in­stanz­li­chen Ver­fah­ren, in dem sie die Abbe­ru­fung des Berufs­be­treu­ers und statt­des­sen die Bestel­lung der Enke­lin als Betreue­rin anstreb­ten, gemäß § 303 Abs. 2 Nr. 1 FamFG betei­ligt wor­den 3. Zwar kön­nen sie sich nicht auf eine Beschwer­de­be­fug­nis nach § 59 Abs. 1 FamFG beru­fen. Jedoch steht ihnen die Beschwer­de­be­fug­nis nach § 303 Abs. 2 Nr. 1 FamFG zur Sei­te, sofern die Beschwer­de im Inter­es­se des Betrof­fe­nen erfolgt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 8. Juli 2015 – XII ZB 292/​14

  1. im Anschluss an BGH, Beschluss vom 07.05.2014 – XII ZB 138/​13 , Fam­RZ 2014, 1191[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 07.05.2014 – XII ZB 138/​13 , Fam­RZ 2014, 1191 Rn. 9 ff.[]
  3. vgl. zur Form der Betei­li­gung BGH, Beschluss vom 09.04.2014 – XII ZB 595/​13 , Fam­RZ 2014, 1099 Rn. 11[]