Betre­ung – und der Ein­wil­li­gungs­vor­be­halt

Ein Ein­wil­li­gungs­vor­be­halt darf nur ange­ord­net wer­den, wenn die­ser auch erfor­der­lich ist.

Betre­ung – und der Ein­wil­li­gungs­vor­be­halt

Soweit dies zur Abwen­dung einer erheb­li­chen Gefahr für die Per­son oder das Ver­mö­gen des Betreu­ten erfor­der­lich ist, ord­net das Betreu­ungs­ge­richt nach § 1903 Abs. 1 BGB an, dass der Betreu­te zu einer Wil­lens­er­klä­rung, die den Auf­ga­ben­be­reich des Betreu­ers betrifft, des­sen Ein­wil­li­gung bedarf (Ein­wil­li­gungs­vor­be­halt).

Ob dies der Fall ist, hat das Betreu­ungs­ge­richt im Rah­men sei­ner Amts­er­mitt­lungs­pflicht fest­zu­stel­len 1. Der Umfang der Ermitt­lung rich­tet sich auch danach, dass es sich bei dem Ein­wil­li­gungs­vor­be­halt um einen gra­vie­ren­den Ein­griff in die Grund­rech­te des Betrof­fe­nen han­delt, der sich ohne wei­te­re Fest­stel­lun­gen nicht recht­fer­ti­gen lässt 2.

Auch wenn der Ein­wil­li­gungs­vor­be­halt in dem ange­ord­ne­ten Bereich (hier: in Rechts/­An­trags- und Behör­den­an­ge­le­gen­hei­ten) von gerin­ger prak­ti­scher Rele­vanz wäre und dem Betreu­er bei sei­ner Tätig­keit behilf­lich sein könn­te, ändert das nichts an der erheb­li­chen Ein­griffs­in­ten­si­tät eines sol­chen Vor­be­halts, der, will er einer Grund­rechts­prü­fung stand­hal­ten, immer auch ver­hält­nis­mä­ßig, also ins­be­son­de­re erfor­der­lich sein muss.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 1. März 2017 – XII ZB 608/​15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 27.01.2016 XII ZB 519/​15 Fam­RZ 2016, 627 Rn. 2, 18 ff.[]
  2. BGH, Beschluss vom 07.12 2016 XII ZB 458/​15 25 und 31[]