Beweis­be­schluss – und die Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen Zwi­schen­ent­schei­dun­gen

Gegen Zwi­schen­ent­schei­dun­gen wie Beweis­be­schlüs­se ist eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de grund­sätz­lich aus­ge­schlos­sen.

Beweis­be­schluss – und die Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen Zwi­schen­ent­schei­dun­gen

Gegen Zwi­schen­ent­schei­dun­gen wie Beweis­be­schlüs­se ist eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de aus­ge­schlos­sen, weil Ver­fas­sungs­ver­stö­ße mit der Anfech­tung der End­ent­schei­dung gerügt wer­den kön­nen1. Anders liegt es nur dann, wenn bereits die Zwi­schen­ent­schei­dung zu einem blei­ben­den recht­li­chen Nach­teil für den Betrof­fe­nen führt, der spä­ter nicht oder jeden­falls nicht voll­stän­dig beho­ben wer­den kann2.

Das ist in dem hier vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt beur­teil­ten Fall eines in einem Ver­fah­ren zur Auf­he­bung der Betreu­ung ergan­ge­nen Beweis­be­schlus­ses aber nicht der Fall. Dem Betrof­fe­nen ent­steht durch einen Beweis­be­schluss wie dem ange­grif­fe­nen kein blei­ben­der recht­li­cher Nach­teil. Ins­be­son­de­re tritt – anders als mit­un­ter im Ver­fah­ren der erst­ma­li­gen Ein­rich­tung einer Betreu­ung3 – durch einen sol­chen Beweis­be­schluss kei­ne Stig­ma­ti­sie­rung ein, da das Ver­fah­ren gera­de auf die Auf­he­bung bezie­hungs­wei­se Ein­schrän­kung der bereits bestehen­den Betreu­ung zielt. Auch begrün­det ein sol­cher Beweis­be­schluss kei­ne Ver­pflich­tung des Betrof­fe­nen, an einer Begut­ach­tung mit­zu­wir­ken.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 22. April 2016 – 1 BvR 539/​16

  1. vgl. BVerfGE 21, 139, 143
  2. vgl. BVerfGE 101, 106, 120; 119, 292, 294
  3. vgl. BVerfG, Beschluss vom 12.01.2011 – 1 BvR 2539/​10, NJW 2011, S. 1275, 1275 f.