Corona – und die Umgangsregelung

Der Umgang mit dem Vater dient dem Kindeswohl. Die Corona-Pandemie bietet weder einen Anlass, bestehende Umgangsregeln abzuändern, noch den Umgang auszusetzen.

Corona – und die Umgangsregelung

Mit dieser Begründung hat das Oberlandesgericht Braunschweig in dem hier vorliegenden Fall einen Antrag auf Verfahrenskostenhilfe abgelehnt. Dieser Antrag erfolgte, weil die Mutter eines ca. 6 Jahre alten Mädchens sich gegen die Entscheidung des Familiengerichts Braunschweig mit der Einlegung der Beschwerde gewehrt hat. Der Vater des Mädchens hatte beim Familiengericht in Braunschweig eine Umgangsregelung erwirkt, die Kontakte mit seiner Tochter am Wochenende mit Übernachtungen vorsah.

In seiner Entscheidung hat das Oberlandesgericht Braunschweig deutlich zum Ausdruck gebracht, dass der Umgang mit dem Vater dem Kindeswohl diene. Die Mutter sei auch nicht berechtigt, die Kontakte aufgrund der Corona-Pandemie zu verweigern. Die Pandemie biete weder einen Anlass, bestehende Umgangsregeln abzuändern, noch den Umgang auszusetzen.

Weiterhin sei der Umgang auch nicht verboten, wenn der Vater und das Kind nicht in einem Haushalt leben würden. Der Umgang zwischen einem nicht betreuenden Elternteil und seinem Kind gehöre zu dem absolut notwendigen Minimum zwischenmenschlicher Kontakte, betonte der 1. Familiensenat.

Darüber hinaus erklärte das Oberlandesgericht Braunschweig, dass etwas Anderes nur dann gelte, wenn der Kontakt aus tatsächlichen oder rechtlichen Gründen nicht möglich sei, etwa wegen Quarantäne, Ausgangssperre oder der nachweislichen Infektion des umgangsberechtigten Elternteils oder eines Angehörigen seines Haushalts mit Covid 19. Die Erkrankung des Kindes selbst stehe einem Umgang dagegen grundsätzlich nicht entgegen, weil auch der zum Umgang berechtigte Elternteil sein krankes Kind versorgen und pflegen könne.

Oberlandesgericht Braunschweig, Beschluss vom 20. Mai 2020 – 1 UF 51/20

Bildnachweis: