Das nicht über­sand­te Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten im Betreu­ungs­ver­fah­ren

Zur Not­wen­dig­keit der Über­las­sung des Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­tens an den Betrof­fe­nen vor Anord­nung einer Betreu­ung 1.

Das nicht über­sand­te Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten im Betreu­ungs­ver­fah­ren

Die Anord­nung einer Betreu­ung ist bereits dann ver­fah­rens­feh­ler­haft ergan­gen, wenn dem Betrof­fe­nen das vom Amts­ge­richt ein­ge­hol­te Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten ent­ge­gen § 37 Abs. 2 FamFG weder wäh­rend des erst­in­stanz­li­chen Ver­fah­rens noch im Beschwer­de­ver­fah­ren über­las­sen wor­den ist.

Die bloß aus­zugs­wei­se Bekannt­ga­be durch die Betreu­ungs­be­hör­de und durch den in der Rechts­hil­fe täti­gen Rich­ter genügt hier­für nicht.

Die­ser Man­gel führt zugleich zur Ver­fah­rens­feh­ler­haf­tig­keit der Anhö­rung des Betrof­fe­nen 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 4. Sep­tem­ber 2019 – XII ZB 148/​19

  1. Anschluss an BGH, Beschlüs­se vom 06.02.2019 XII ZB 393/​18 Fam­RZ 2019, 724; und vom 21.11.2018 XII ZB 57/​18 Fam­RZ 2019, 387[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 06.02.2019 XII ZB 393/​18 Fam­RZ 2019, 724 Rn. 8; und vom 21.11.2018 XII ZB 57/​18 Fam­RZ 2019, 387 Rn. 6 mwN[]