Das voll­jäh­ri­ge, behin­der­te Kind und der nach­ehe­li­che Betreu­ungs­un­ter­halt

Auch im Fal­le der Betreu­ung eines voll­jäh­ri­gen behin­der­ten Kin­des kommt ein Anspruch auf nach­ehe­li­chen Betreu­ungs­un­ter­halt nach § 1570 Abs. 1 Satz 2 BGB nur dann in Betracht, wenn dies der Bil­lig­keit ent­spricht. Das ist nur dann der Fall, wenn die per­sön­li­che Betreu­ung nach Maß­ga­be der im Gesetz genann­ten kind­be­zo­ge­nen (§ 1570 Abs. 1 Satz 3 BGB) oder eltern­be­zo­ge­nen (§ 1570 Abs. 2 BGB) Grün­den erfor­der­lich ist 1.

Das voll­jäh­ri­ge, behin­der­te Kind und der nach­ehe­li­che Betreu­ungs­un­ter­halt

Sind die Eltern aller­dings über­ein­stim­mend der Auf­fas­sung, dass eine per­sön­li­che Betreu­ung des gemein­sa­men Kin­des erfor­der­lich ist, so ist nach einem aktu­el­len Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs für die Bemes­sung des Betreu­ungs­un­ter­halts nach § 1570 BGB von der Not­wen­dig­keit einer per­sön­li­chen Betreu­ung aus­zu­ge­hen. Der Umfang der danach not­wen­di­gen per­sön­li­chen Betreu­ung ist dann bei der Bemes­sung einer Erwerbs­pflicht des betreu­en­den Eltern­teils zu berück­sich­ti­gen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. März 2010 – XII ZR 204/​08

  1. im Anschluss an BGH, Urteil vom 06.05.2009 – XII ZR 114/​08, Fam­RZ 2009, 1124; vom 18.03.2009 – XII ZR 74/​08, Fam­RZ 2009, 770, 772; und vom 16.07.2008 – XII ZR 109/​05, Fam­RZ 2008, 1739, 1748[]