Der Aus­kunfts­an­trag im Zuge­winn­aus­gleich – und die Beschwer

Mit dem Wert des Beschwer­de­ge­gen­stands bei einer Aus­kunfts­ver­pflich­tung in einer Zuge­winn­aus­gleichs­sa­che hat­te sich jetzt erneut [1] der Bun­des­ge­richts­hof zu befassen:

Der Aus­kunfts­an­trag im Zuge­winn­aus­gleich – und die Beschwer

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist für die Bemes­sung des Werts des Beschwer­de­ge­gen­stands bei der Ver­pflich­tung zur Aus­kunfts­er­tei­lung das Inter­es­se des Rechts­mit­tel­füh­rers maß­ge­bend, die Aus­kunft nicht ertei­len zu müs­sen [2].

Inso­weit kann auch ein Geheim­hal­tungs­in­ter­es­se zu berück­sich­ti­gen sein. Dann muss der Rechts­mit­tel­füh­rer aber sein beson­de­res Inter­es­se, bestimm­te Tat­sa­chen geheim zu hal­ten, und den durch die Aus­kunfts­er­tei­lung dro­hen­den Nach­teil sub­stan­ti­iert dar­le­gen und erfor­der­li­chen­falls glaub­haft machen. Dazu gehört auch, dass gera­de in der Per­son des Aus­kunft Begeh­ren­den die Gefahr begrün­det sein muss, die­ser wer­de von den ihm gegen­über offen­bar­ten Tat­sa­chen über das Ver­fah­ren hin­aus in einer Wei­se Gebrauch machen, wel­che die schüt­zens­wer­ten wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen des zur Aus­kunft Ver­pflich­te­ten gefähr­den könn­te. Allein die Beru­fung auf all­ge­mei­ne Belan­ge der Geheim­hal­tung und des Ver­trau­lich­keits­schut­zes ist nicht aus­rei­chend [3].

Abge­se­hen von dem Fall eines beson­de­ren Geheim­hal­tungs­in­ter­es­ses ist auf den Auf­wand an Zeit und Kos­ten abzu­stel­len, den die sorg­fäl­ti­ge Ertei­lung der geschul­de­ten Aus­kunft erfor­dert [4]. Bei der Bemes­sung des Werts des Beschwer­de­ge­gen­stands ist dabei nur auf den unmit­tel­ba­ren Gegen­stand der Ent­schei­dung abzu­stel­len. Das dane­ben auch bestehen­de Ziel des zur Aus­kunft Ver­pflich­te­ten, den Haupt­an­spruch zu ver­hin­dern, geht dage­gen über das Ziel des Rechts­mit­tels hin­aus und ist daher bei der Wert­fest­set­zung nicht zu berück­sich­ti­gen, zumal die Ver­pflich­tung zur Aus­kunfts­er­tei­lung für den Grund des Haupt­an­spruchs kei­ne Rechts­kraft schafft [5].

Zur Bewer­tung des vom Aus­kunfts­pflich­ti­gen auf­zu­wen­den­den Zeit­auf­wands ist grund­sätz­lich auf die Stun­den­sät­ze zurück­zu­grei­fen, die der Aus­kunfts­pflich­ti­ge als Zeu­ge in einem Zivil­pro­zess erhal­ten wür­de, wenn er mit der Ertei­lung der Aus­kunft weder eine berufs­ty­pi­sche Leis­tung erbringt noch einen Ver­dienst­aus­fall erlei­det. Dabei ist regel­mä­ßig davon aus­zu­ge­hen, dass die zur Aus­kunfts­er­tei­lung erfor­der­li­chen Tätig­kei­ten in der Frei­zeit erbracht wer­den kön­nen. Der Aus­kunfts­pflich­ti­ge, der in Abwei­chung hier­von behaup­tet, dass ihm dies nicht mög­lich sei, hat die Grün­de hier­für im Ein­zel­nen dar­zu­le­gen und glaub­haft zu machen [6].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. Sep­tem­ber 2020 – XII ZB 490/​18

Der Auskunftsantrag im Zugewinnausgleich - und die Beschwer
  1. im Anschluss an BGH, Beschluss vom 08.07.2020 – XII ZB 334/​19 []
  2. vgl. etwa BGH, Beschluss vom 13.02.2019 – XII ZB 499/​18 , FamRZ 2019, 818 Rn. 9 mwN; BGHZ GSZ 128, 85 = FamRZ 1995, 349, 350 f.[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 12.09.2018 – XII ZB 588/​17 , FamRZ 2018, 1934 Rn. 13 mwN[]
  4. vgl. etwa BGH, Beschluss vom 22.01.2014 – XII ZB 278/​13 , FamRZ 2014, 644 Rn. 6 mwN und BGHZ GSZ 128, 85, 89 = FamRZ 1995, 349, 350 f.[]
  5. vgl. BGH, Beschluss vom 08.07.2020 – XII ZB 334/​19 7 mwN und BGHZ GSZ 128, 85, 89 = FamRZ 1995, 349, 350[]
  6. vgl. etwa BGH, Beschlüs­se vom 08.07.2020 – XII ZB 334/​19 9; und vom 26.06.2019 – XII ZB 11/​19 , FamRZ 2019, 1440 Rn. 8 mwN[]