Der Aus­tausch eines Vor­munds durch das Fami­li­en­ge­richt

Gegen den Beschluss des Fami­li­en­ge­richts, mit dem ein Vor­mund abge­setzt und dafür ein ande­rer Vor­mund ein­ge­setzt wird, ist die Beschwer­de des abge­setz­ten Vor­munds zuläs­sig. Das gilt aber nur inso­weit, als der abge­setz­te Vor­mund sei­ne Wie­der­ein­set­zung als Vor­mund erstrebt; unzu­läs­sig ist die Beschwer­de hin­ge­gen, soweit mit ihr erstrebt wird, dass eine drit­te Per­son zum Vor­mund bestellt wird.

Der Aus­tausch eines Vor­munds durch das Fami­li­en­ge­richt

Der abge­setz­te Vor­mund ist beschwer­de­be­rech­tigt, soweit die Beschwer­de­füh­re­rin begehrt, die vom Fami­li­en­ge­richt in dem ange­foch­te­nen Beschluss ein­ge­setz­te Vor­mün­de­rin abzu­set­zen und sie, die Beschwer­de­füh­re­rin, wie­der ein­zu­set­zen. Inso­weit greift der ange­foch­te­ne Beschluss in ihre Rechts­stel­lung ein, hebt er doch die zunächst im Wege der einst­wei­li­gen Anord­nung der Beschwer­de­füh­re­rin ein­ge­räum­te Stel­lung als Vor­mün­de­rin wie­der auf.

Unzu­läs­sig ist die Beschwer­de hin­ge­gen, soweit sie mit ihrem als Hilfs­an­trag bezeich­ne­ten Begeh­ren erstrebt, wenn nicht sie, so möge Rechts­an­walt Y. mit der Vor­mund­schaft betraut wer­den.

Die Fra­ge, unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen ein ande­rer als das Mün­del durch die Aus­wahl des Vor­mun­des in sei­nen Rech­ten beein­träch­tigt ist, wird nur für den aus­ge­wähl­ten Vor­mund und die Per­so­nen, die nach § 1779 Abs. 2 Satz 2 BGB bevor­zugt zu berück­sich­ti­gen sind, dis­ku­tiert 1. Zu die­sem Per­so­nen­kreis gehört der abge­setz­te Vor­mund nicht.

Han­sea­ti­sches Ober­lan­des­ge­richt Ham­burg, Beschluss vom 3. März 2014 – 7 UF 150/​13

  1. vgl. Wagenitz, in: Mün­che­ner Kom­men­tar zum BGB, 6. Auf­la­ge 2012, Rdnr. 22 zu § 1779 BGB[]