Der bio­lo­gi­sche Vater und die Vater­schafts­an­fechung

Tritt der poten­zi­el­le bio­lo­gi­sche Vater der beklag­ten Par­tei eines Vater­schafts­an­fech­tungs­ver­fah­rens mit dem Ziel bei, eine spä­te­re Fest­stel­lung der eige­nen Vater­schaft zu ver­hin­dern, hat er ledig­lich die Stel­lung eines unselbst­stän­di­gen Neben­in­ter­ve­ni­en­ten gemäß § 66 ZPO inne, nicht aber die Stel­lung eines streit­ge­nös­si­schen Neben­in­ter­ve­ni­en­ten1.

Der bio­lo­gi­sche Vater und die Vater­schafts­an­fechung

Wur­de erst­in­stanz­lich der Anspruch des unselbst­stän­di­gen Neben­in­ter­ve­ni­en­ten auf recht­li­ches Gehör ver­letzt, ist § 67 ZPO ver­fas­sungs­kon­form dahin­ge­hend ein­schrän­kend aus­zu­le­gen, dass der Streit­hel­fer die Gehörs­rü­ge gemäß § 321 a ZPO wirk­sam ein­le­gen kann, auch wenn dies in Wider­spruch zu Erklä­run­gen oder Hand­lun­gen der Haupt­par­tei steht. Die aus­nahms­wei­se Zuläs­sig­keit einer gegen den Wil­len der unter­stütz­ten Haupt­par­tei ein­zu­le­gen­den Beru­fung kommt dem­ge­gen­über nicht in Betracht.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. Juni 2009 – XII ZB 75/​07

  1. im Anschluss an BGHZ 173, 90, 92 und BGH, Beschluss vom 4. Juli 2007 – XII ZB 68/​04Fam­RZ 2007, 1731