Der Ehevertrag als Absicherung im Notfall

Ein Ehevertrag wird vor der Eheschließung aufgestellt und von beiden Parteien unterschrieben. Da ein solcher Vertrag oftmals kompliziert in der Erstellung ist, empfiehlt es sich dafür einen Anwalt einzuschalten. Die Anwaltskanzlei Anke Knauf kann Ihnen dabei kompetent zur Seite stehen. Der Ehevertrag ist gesetzlich im § 1408 Abs. 1 BGB geregelt.

Der Ehevertrag als Absicherung im Notfall

Was im Ehevertrag geregelt werden kann

Ein Ehevertrag ermöglicht den Ehegatten ihre güterrechtlichen Verhältnisse zu regeln, damit werden die auf die Ehe bezogenen Vermögensbeziehungen gemeint. Die Vereinbarungen im Vertrag werden individuell von den Eheleuten getroffen. Zusätzlich zum Güterstand werden oftmals auch Altersversorgung und Unterhalt geregelt. Trifft man keine Regelungen sind bei Scheidungen vorgesehen, dass es einen Versorgungsausgleich unter den Eheleuten gibt. Dabei erfolgt eine gerichtliche Verteilung der Rentenanwartschaften. Falls einer der Ehepartner aufgrund der Kindererziehung weniger Rentenansprüche erworben konnte, muss der andere Partner im Rentenalter einen Ausgleich zahlen. Diese Regelung können Sie mittels einer entsprechenden Klausel im Ehevertrag umgehen. Ebenfalls können im Ehevertrag Regelungen bezüglich des Unterhalts getroffen werden. Im Falle einer Trennung und darauffolgenden Scheidung gibt es drei Unterhaltsarten, die relevant sind. Von der Trennung bis zum Zeitpunkt der Rechtskraft der Scheidung besteht Anspruch auf Trennungsunterhalt. Nach der Scheidung kann der Anspruch auf nachehelichen Unterhalt bestehen. Wenn Kinder im Spiel sind, sind beide Elternteile zum Kindesunterhalt verpflichtet. Derjenige, der das Kind im eigenen Haushalt betreut ist von einer Barunterhaltspflicht befreit. Dieser Pflicht muss dann der jeweils andere ehemalige Ehepartner nachkommen. Im Ehevertrag können Sie festlegen, wer ggf. Unterhaltsberechtigt ist und wie hoch der Unterhalt ausfallen wird im Fall einer Scheidung. Wenn Sie vor der Eheschließung viel Vermögen besitzen oder Sie selbständiger Unternehmer sind, empfiehlt sich eine Gütertrennung. Wird eine strikte Gütertrennung im Ehevertrag vereinbart, behalten die Ehepartner bei einer Scheidung ihre Vermögensgegenstände sowie die Zugewinne, die im Laufe der Ehe entstanden sind.

Zur Aufstellung eines umfassenden Ehevertrages empfiehlt es sich für Laien auf jeden Fall einen erfahrenen Anwalt einzuschalten. Damit dieser Vertrag aber auch gültig ist, muss er von einem Notar beglaubigt werden. Der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses ist unwichtig, er kann vor oder während der Ehe geschlossen werden. Sind einzelne Klauseln im Ehevertrag sittenwidrig oder benachteiligen im Fall einer Scheidung einen Ehepartner oder das Kindeswohl, kann der ganze Vertrag für nichtig erklärt werden. Eheverträge gelten zusätzlich als sittenwidrig wenn bei deren Abschluss ein Machtgefälle beim Abschluss bestand. Dafür muss der benachteiligte Ehegatte während dem Vertragsschluss nachweisbar in einer unterlegenden Verhandlungsposition gewesen sein. Lediglich ein unausgewogener Vertragsinhalt ist kein Nachweis für Sittenwidrigkeit. Es empfiehlt sich also, sich als Ehepartner bei der Aufstellung der Vertrages fachkundig beraten zu lassen.

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