Der Sach­ver­stän­di­ge im Betreu­ungs­ver­fah­ren

Gemäß § 280 Abs. 1 Satz 2 FamFG soll der – in einem Betreu­ungs­ver­fah­ren mit der Erstel­lung eines Gut­ach­tens beauf­trag­te – Sach­ver­stän­di­ge Arzt für Psych­ia­trie oder Arzt mit Erfah­rung auf dem Gebiet der Psych­ia­trie sein.

Der Sach­ver­stän­di­ge im Betreu­ungs­ver­fah­ren

Ergibt sich die Qua­li­fi­ka­ti­on nicht ohne Wei­te­res aus der Fach­be­zeich­nung des Arz­tes, ist sei­ne Sach­kun­de vom Gericht zu prü­fen und in der Ent­schei­dung dar­zu­le­gen 1.

Die­sen Anfor­de­run­gen wur­de im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall die ange­grif­fe­ne Ent­schei­dung nicht gerecht: Der Sach­ver­stän­di­ge ist aus­weis­lich der in sei­nem Gut­ach­ten ange­führ­ten Berufs­be­zeich­nung ledig­lich "Arzt". Geson­der­te Fest­stel­lun­gen zur Sach­kun­de des Gut­ach­ters auf dem Gebiet der Psych­ia­trie ent­hält weder der amts­ge­richt­li­che noch der land­ge­richt­li­che Beschluss.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 30. Okto­ber 2019 – XII ZB 342/​19

  1. st. Rspr. des BGH, sie­he etwa BGH, Beschluss vom 23.11.2016 – XII ZB 385/​16 Fam­RZ 2017, 234 Rn. 8 mwN[]