Der Ver­fah­rens­pfle­ger und die Fest­stel­lung der Rechts­wid­rig­keit einer Unter­brin­gung

Ein Antrag des Ver­fah­rens­pfle­gers auf Fest­stel­lung der Rechts­wid­rig­keit nach § 62 FamFG ist unzu­läs­sig. Das ihm in Unter­brin­gungs­sa­chen gemäß § 335 Abs. 2 FamFG ein­ge­räum­te Beschwer­de­recht umfasst nicht die Antrags­be­fug­nis nach § 62 FamFG.

Der Ver­fah­rens­pfle­ger und die Fest­stel­lung der Rechts­wid­rig­keit einer Unter­brin­gung

Zwar hat der Ver­fah­rens­pfle­ger gemäß § 335 Abs. 2 FamFG in Unter­brin­gungs­sa­chen ein eige­nes Beschwer­de­recht. Dies umfasst im Fal­le der Erle­di­gung indes nicht die Antrags­be­fug­nis nach § 62 FamFG 1. Denn § 62 FamFG setzt nach sei­nem ein­deu­ti­gen Wort­laut vor­aus, dass der "Beschwer­de­füh­rer" durch die erle­dig­te Maß­nah­me in sei­nen Rech­ten ver­letzt wor­den ist 2. Dem­ge­mäß kann auch nur der­je­ni­ge Betei­lig­te antrags­be­fugt sein, des­sen Rechts­sphä­re betrof­fen ist und der ein berech­tig­tes Inter­es­se im Sin­ne des § 62 Abs. 2 FamFG an der Fest­stel­lung hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. Febru­ar 2012 – XII ZB 389/​11

  1. aA Keidel/​Budde FamFG 17. Aufl. § 62 Rn. 11[]
  2. vgl. BT-Drucks 16/​6308 S. 205[]