Die als unzu­läs­sig ver­wor­fe­ne Beschwer­de – und die mate­ri­el­len Rechts­aus­füh­run­gen in den Beschlussgründen

Ver­wirft das Beschwer­de­ge­richt die Beschwer­de als unzu­läs­sig und führt hilfs­wei­se aus, dass die Beschwer­de auch unbe­grün­det sei, gel­ten die­se Rechts­aus­füh­run­gen des Beschwer­de­ge­richts und grund­sätz­lich auch sei­ne dazu getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen als nicht geschrie­ben1.

Die als unzu­läs­sig ver­wor­fe­ne Beschwer­de – und die mate­ri­el­len Rechts­aus­füh­run­gen in den Beschlussgründen

In die­sen Fäl­len darf das Rechts­be­schwer­de­ge­richt von der grund­sätz­lich gebo­te­nen Auf­he­bung und Zurück­ver­wei­sung nur abse­hen und in der Sache ent­schei­den, wenn die Beschwer­de­ent­schei­dung einen Sach­ver­halt ergibt, der für die recht­li­che Beur­tei­lung eine ver­wert­ba­re tat­säch­li­che Grund­la­ge bie­tet, und wenn bei Zurück­ver­wei­sung ein ande­res Ergeb­nis nicht mög­lich erscheint2.

Dies wird unter dem Gesichts­punkt der Ver­fah­rens­öko­no­mie etwa für den Fall ange­nom­men, dass die maß­geb­li­chen Tat­sa­chen zwi­schen den Betei­lig­ten unstrei­tig; und vom Beschwer­de­ge­richt voll­stän­dig fest­ge­stellt sind und das Beschwer­de­ge­richt die Pro­zess­ab­wei­sung auf die­se Tat­sa­chen gestützt hat (soge­nann­te dop­pelt rele­van­te Tat­sa­chen)3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. März 2021 – XII ZB 430/​20

  1. im Anschluss an BGH, Beschluss vom 23.09.2020 – XII ZB 482/​19 , NJW-RR 2020, 1459[]
  2. vgl. BGH Beschluss vom 08.05.2018 – XI ZR 538/​17 , NJW 2018, 2269 Rn.20[]
  3. vgl. BGHZ 216, 83 = NJW-RR 2018, 719 Rn. 43 ff. mwN[]