Die feh­len­den Sach­ver­halts­dar­stel­lung im Beschluss

Nach gefes­tig­ter Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs müs­sen Beschlüs­se, die der Rechts­be­schwer­de unter­lie­gen, den für die Ent­schei­dung maß­geb­li­chen Sach­ver­halt wie­der­ge­ben 1.

Die feh­len­den Sach­ver­halts­dar­stel­lung im Beschluss

Die­se Anfor­de­run­gen gel­ten auch für Beschlüs­se über Zuschlags­be­schwer­den, gegen die das Beschwer­de­ge­richt – wie hier – zur Klä­rung von für die gericht­li­che Pra­xis bedeut­sa­men Rechts­fra­gen die Rechts­be­schwer­de zuge­las­sen hat 2.

Denn nach § 577 Abs. 2 Satz 4, § 559 ZPO hat das Rechts­be­schwer­de­ge­richt grund­sätz­lich von dem Sach­ver­halt aus­zu­ge­hen, den das Beschwer­de­ge­richt fest­ge­stellt hat. Feh­len tat­säch­li­che Fest­stel­lun­gen, ist es zu einer recht­li­chen Über­prü­fung nicht in der Lage. Aus­füh­run­gen des Beschwer­de­ge­richts, die eine sol­che Über­prü­fung nicht ermög­li­chen, sind kei­ne Grün­de im ver­fah­rens­recht­li­chen Sin­ne. Sie begrün­den einen Ver­fah­rens­man­gel, der von Amts wegen zu berück­sich­ti­gen ist und die Auf­he­bung der Beschwer­de­ent­schei­dung nach sich zieht 3.

So liegt es hier. Eine Sach­dar­stel­lung fehlt. Aus­rei­chen­de tat­säch­li­che Anga­ben las­sen sich dem Beschluss auch nicht im Übri­gen ent­neh­men. Er ent­hält hin­sicht­lich der tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen weder eine Bezug­nah­me auf Beschlüs­se des Amts­ge­richts noch auf ande­re (kon­kret bezeich­ne­te) Akten­be­stand­tei­le, aus denen sich mit hin­rei­chen­der Sicher­heit erschlie­ßen könn­te, wel­chen Sach­ver­halt das Beschwer­de­ge­richt sei­ner Ent­schei­dung zugrun­de gelegt hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. Juli 2014 – V ZB 157/​13

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 15.05.2012 – V ZB 282/​11, WuM 2012, 404 Rn. 3; vom 07.05.2009 – V ZB 180/​08, Jur­Bü­ro 2009, 442 f.; vom 11.05.2006 – – V ZB 70/​05, Fam­RZ 2006, 1030, jeweils mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 18.07.2013 – V ZB 13/​13, Rpfle­ger 2014, 36 Rn. 6[]
  3. vgl. nur BGH, Beschluss vom 11.05.2006 – V ZB 70/​05, Fam­RZ 2006, 1030 mwN[]