Die per­sön­li­che Anhö­rung des Kin­des durch das Fami­li­en­ge­richt

Das wesent­li­che Ergeb­nis der per­sön­li­chen Anhö­rung des betrof­fe­nen Kin­des durch das Fami­li­en­ge­richt ist den übri­gen Betei­lig­ten in geeig­ne­ter Wei­se zur Kennt­nis zu geben. Der Erstel­lung eines förm­li­chen Pro­to­kolls und des­sen Vor­la­ge an die Betei­lig­ten bedarf es inso­weit dage­gen nicht.

Die per­sön­li­che Anhö­rung des Kin­des durch das Fami­li­en­ge­richt

Das Amts­ge­richt ist kei­nes­wegs gehal­ten, eine Kin­des­an­hö­rung umfas­send zu pro­to­kol­lie­ren und anschlie­ßend ein der­ar­ti­ges Pro­to­koll den übri­gen Betei­lig­ten zur Ver­fü­gung zu stel­len. Viel­mehr ist es aus­rei­chend, wenn das wesent­li­che Ergeb­nis der Kin­des­an­hö­rung den Betei­lig­ten in geeig­ne­ter Wei­se zur Kennt­nis gege­ben wird. Dies kann in Gestalt eines Ver­merks oder eines Pro­to­kolls auch ledig­lich dadurch gesche­hen, dass der wesent­li­che Inhalt der Anhö­rung in den Grün­den der abschlie­ßen­den Ent­schei­dung wie­der­ge­ge­ben wird, wie es im hier ent­schie­de­nen Rechts­streit der Fall ist.

Soweit die Kin­des­an­hö­rung dort zur Begrün­dung der Ent­schei­dung her­an­ge­zo­gen wur­de, ist dem Erfor­der­nis der Kennt­nis­ga­be durch die Wie­der­ga­be in den Grün­den genügt und wäre eine etwai­ge Ver­let­zung des recht­li­chen Gehörs im Übri­gen durch die hier durch den Senat aus­drück­lich ein­ge­räum­te Gele­gen­heit zur Begrün­dung der ein­ge­leg­ten Beschwer­de geheilt, zumal die Kin­des­mut­ter – wie sie in der Begrün­dung selbst ein­räumt – ohne­hin Kennt­nis vom Inhalt der Kin­des­an­hö­rungs­pro­to­kol­le erhal­ten hat. Soweit das Ergeb­nis der Kin­des­an­hö­rung dage­gen nicht ver­wer­tet wur­de, ist es recht­lich ohne­hin nicht von Belang

Ober­lan­des­ge­richt Cel­le, Beschluss vom 28. Febru­ar 2013 – 10 UF 12/​13