Die Ver­dachts­dia­gno­se im Betreu­ungs­ver­fa­hen

Die Vor­aus­set­zun­gen für eine Betreu­ung kön­nen nicht auf­grund einer blo­ßen Ver­dachts­dia­gno­se des Sach­ver­stän­di­gen fest­ge­stellt wer­den 1. Erfor­der­lich ist in jedem Fall eine siche­re fach­li­che Dia­gno­se.

Die Ver­dachts­dia­gno­se im Betreu­ungs­ver­fa­hen

Gemäß § 280 Abs. 1 Satz 2 FamFG soll der in einem Betreu­ungs­ver­fah­ren mit der Erstel­lung eines Gut­ach­tens beauf­trag­te Sach­ver­stän­di­ge Arzt für Psych­ia­trie oder Arzt mit Erfah­rung auf dem Gebiet der Psych­ia­trie sein. Ergibt sich die Qua­li­fi­ka­ti­on nicht ohne Wei­te­res aus der Fach­be­zeich­nung des Arz­tes, ist sei­ne Sach­kun­de vom Gericht zu prü­fen und in der Ent­schei­dung dar­zu­le­gen 2.

Dem gemäß § 280 FamFG ein­zu­ho­len­den Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten muss mit hin­rei­chen­der Sicher­heit zu ent­neh­men sein, dass die Vor­aus­set­zun­gen für die Anord­nung einer Betreu­ung nach § 1896 BGB vor­lie­gen; eine Ver­dachts­dia­gno­se genügt nicht 3.

Die Fest­stel­lung, dass ein "begrün­de­ter Demenz­ver­dacht ohne nähe­re Dia­gnos­tik" bestehe, ver­mag die Vor­aus­set­zun­gen für eine Betreu­ung nach § 1896 BGB nicht zu begrün­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 1. Okto­ber 2014 – XII ZB 462/​14

  1. im Anschluss an BGH, Beschluss vom 16.05.2012 – XII ZB 584/​11 , Fam­RZ 2012, 1210[]
  2. BGH, Beschluss vom 07.08.2013 – XII ZB 188/​13 , Fam­RZ 2013, 1800 Rn. 6 mwN[]
  3. BGH, Beschluss vom 16.05.2012 – XII ZB 584/​11 , Fam­RZ 2012, 1210 Rn. 7[]