Die Ver­gü­tung des Berufs­be­treu­ers – und die Dau­er der Betreu­ung

Die Berech­nung der Dau­er der Betreu­ung nach § 5 VBVG beginnt mit der Anord­nung der Erst­be­treu­ung. Sie beginnt bei einem sich dar­an anschlie­ßen­den Betreu­er­wech­sel – auch von einem ehren­amt­li­chen zu einem Berufs­be­treu­er – nicht neu, son­dern läuft wei­ter.

Die Ver­gü­tung des Berufs­be­treu­ers – und die Dau­er der Betreu­ung

Die Erwei­te­rung des Auf­ga­ben­krei­ses der Betreu­ung um die Gel­tend­ma­chung von Ersatz­an­sprü­chen gegen die bis­he­ri­gen Betreu­er lässt kei­ne Aus­nah­me von der für die Berech­nung der Ver­gü­tung nach § 5 VBVG maß­geb­li­chen Dau­er der Betreu­ung zu 1.

Zwar kann davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass der Arbeits­auf­wand des Betreu­ers durch die Erwei­te­rung des Auf­ga­ben­krei­ses grö­ßer gewor­den ist. Der Zweck der Ver­gü­tungs­pau­scha­lie­rung liegt jedoch dar­in, kei­ne Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen auf­wän­di­gen und weni­ger auf­wän­di­gen Betreu­un­gen zuzu­las­sen. Des­halb ist das Pau­scha­lie­rungs­sys­tem vom Umfang des Auf­ga­ben­krei­ses unab­hän­gig. Der durch eine auf­wän­di­ge Betreu­ung ent­stan­de­ne Mehr­auf­wand ist in die Bemes­sung der pau­scha­len Stun­den­an­sät­ze ein­ge­flos­sen 2.

Den im Ein­zel­fall nicht ver­gü­te­ten Zeit­auf­wand kann der Berufs­be­treu­er auf­grund einer der Pau­schal­ver­gü­tung zugrun­de­lie­gen­den Misch­kal­ku­la­ti­on durch die wei­te­ren von ihm über­nom­me­nen Betreu­un­gen kom­pen­sie­ren. Denn die Misch­kal­ku­la­ti­on führt dazu, dass der pau­scha­le Stun­den­an­satz im Ein­zel­fall gerin­ger, aber auch höher als der tat­säch­lich ange­fal­le­ne Zeit­auf­wand sein kann 3. An die­ser Auf­fas­sung hält der Bun­des­ge­richts­hof fest.

BGh, Beschluss vom 11. Novem­ber 2015 – XII ZB 347/​12

  1. BGH, Beschluss vom 09.05.2012 – XII ZB 481/​11 , Fam­RZ 2012, 1211 Rn. 17 f.[]
  2. BT-Drs. 15/​2494 S. 34[]
  3. BGH, Beschluss vom 09.05.2012 – XII ZB 481/​11 , Fam­RZ 2012, 1211 Rn.19 ff.[]