Die ver­wei­ger­te Zustim­mung zur Rück­nah­me des Schei­dungs­an­trags

Hat die Antrags­geg­ne­rin die nach Ver­hand­lung zur Sache über den Schei­dungs­an­trag erfor­der­li­che Zustim­mung zu einer vom Antrag­stel­ler erklär­ten Rück­nah­me des Schei­dungs­an­tra­ges (hier: durch aus­drück­li­che Stel­lung des Antra­ges auf Auf­he­bung des Ver­bund­ur­teils und Zurück­ver­wei­sung der Sache im Ter­min des anhän­gi­gen Beru­fungs­ver­fah­rens) ver­wei­gert und war das Schei­dungs­ver­fah­ren des­we­gen fort­zu­set­zen, ist die Antrags­rück­nah­me wir­kungs­los gewor­den. Eine spä­te­re Zustim­mungs­er­klä­rung zu die­ser Rück­nah­me­er­klä­rung ist nicht mög­lich und führt nicht zur Been­di­gung des Schei­dungs­ver­fah­rens.

Die ver­wei­ger­te Zustim­mung zur Rück­nah­me des Schei­dungs­an­trags

Eine sol­che Zustim­mung kann eben­so wie ihre Ver­wei­ge­rung auch kon­klu­dent – ins­be­son­de­re durch den Inhalt der nach­fol­gen­den Antrag­stel­lung – erklärt wer­den 1.

Jeden­falls durch die aus­drück­li­che, auf Auf­he­bung des amts­ge­richt­li­chen Schei­dungs­ur­teils und Zurück­ver­wei­sung des Ver­fah­rens an das Amts­ge­richt gerich­te­te Antrag­stel­lung im anschlie­ßen­den Beru­fungs­ter­min vor dem Ober­lan­des­ge­richt ist eine sol­che Zustim­mung zur Antrags­rück­nah­me gegen­über dem Gericht end­gül­tig ver­wei­gert wor­den.

Nicht nur bei der Zustim­mung zur Antrags­rück­nah­me han­delt es sich um eine unwi­der­ruf­li­che Pro­zeß­hand­lung 2, son­dern auch bei deren Ver­wei­ge­rung 3. Daher wird durch die Zustim­mungs­ver­wei­ge­rung die Kla­ge­rück­nah­me wir­kungs­los 4. Es kommt daher auch nicht in Betracht, nach erklär­ter Ver­wei­ge­rung der Zustim­mung zur Antrags­rück­nah­me und dem­zu­fol­ge Fort­set­zung des Ver­fah­rens mit einer zu einem spä­te­ren Zeit­punkt nun­mehr erklär­ten Zustim­mung an die wir­kungs­los gewor­de­ne Rück­nah­me­er­klä­rung anzu­knüp­fen 5.

Ober­lan­des­ge­richt Cel­le, Beschluss vom 13. Febru­ar 2012 – 10 UF 4/​12

  1. vgl. Prütting/​Gehrlein – Geis­ler, ZPO § 269 Rz. 8 f.; Münch­Komm-ZPO/­Be­cker-Eber­hard, § 269 Rz. 29; Stein-Jonas/Roth, ZPO § 296 Rz. 20; RGZ 108, 135, 137[]
  2. vgl. Zöller/​Greger, ZPO § 269 Rz. 15[]
  3. vgl. Münch­komm-ZPO/­Be­cker-Eber­hard, § 269, Rz. 34 a.E.; Musielak/​Foerste, ZPO, § 269 Rz. 9[]
  4. vgl. Zöl­ler, aaO, Rz. 16.; Stein-Jonas/Roth, ZPO § 296, Rz. 22; BGH, Beschluss vom 20.08.1998 – I ZB 38/​98, NJW 1998, 3784 f. = MDR 1999, 626[]
  5. RGZ 105, 135, 137. Münch­Komm-ZPO, aaO, Rz. 34 a.E.[]