Ehe­ver­trag­li­che Unter­halts­ver­pflich­tung – und das anrech­nungs­freie Ein­kom­men

Bei einer nach § 313 i.V.m. § 1578 b Abs. 1 Satz 1 BGB gebo­te­nen Her­ab­set­zung des Unter­halts auf den ange­mes­se­nen Lebens­be­darf ist die ehe­ver­trag­li­che Rege­lung, wonach eine Anrech­nung von Erwerbs­ein­kom­men nicht erfolgt, grund­sätz­lich auch wei­ter­hin zu berück­sich­ti­gen.

Ehe­ver­trag­li­che Unter­halts­ver­pflich­tung – und das anrech­nungs­freie Ein­kom­men

Bei der Anpas­sung an die ver­än­der­ten Ver­hält­nis­se muss die Grund­la­ge der Ver­ein­ba­rung mög­lichst bei­be­hal­ten wer­den, für die in ers­ter Linie der Par­tei­wil­le maß­ge­bend ist 1. Des­halb ist im Rah­men der Prü­fung des § 1578 b BGB von den Rege­lun­gen des nota­ri­el­len Ver­tra­ges aus­zu­ge­hen, die bei einer etwai­gen Abän­de­rung hier­an anzu­pas­sen sind 2.

Im vor­lie­gen­den Fall war nach der Rege­lung des 1996 geschlos­se­nen Ehe­ver­trags zwar das Ren­ten­ein­kom­men der Ehe­frau, nicht aber eige­nes Erwerbs­ein­kom­men auf die Unter­halts­leis­tung anzu­rech­nen. Inso­weit ist auf die dama­li­ge Rechts­la­ge Bezug zu neh­men, wonach Erwerbs­ein­kom­men – ohne eine sol­che Rege­lung – auf den Unter­halt anzu­rech­nen war (so genann­te Anrech­nungs­me­tho­de 3). Dar­aus folgt, dass sich die Ehe­gat­ten bereits damals inso­weit von der Geset­zes­la­ge gelöst haben, als der Ehe­frau ihr Erwerbs­ein­kom­men anrech­nungs­frei ver­blei­ben soll­te. Dar­an muss sich der Klä­ger fest­hal­ten las­sen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 18. Febru­ar 2015 – XII ZR 80/​13

  1. vgl. BGH, Urteil vom 23.04.1986 – IVb ZR 34/​85 , Fam­RZ 1986, 783, 784[]
  2. BGH, Urteil vom 25.01.2012 – XII ZR 139/​09 , Fam­RZ 2012, 525 Rn. 51[]
  3. s. etwa BGH, Urteil BGHZ 148, 105 = Fam­RZ 2001, 986, 988[]