Elek­tro­ni­scher Daten­aus­tausch in Schei­dungs­ver­fah­ren

Am 10. Febru­ar 2009 star­te­te im Ober­lan­des­ge­richts­be­zirk Düs­sel­dorf der elek­tro­ni­sche Daten­aus­tausch zwi­schen der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund und den Fami­li­en­ge­rich­ten. Ver­si­che­rungs­zei­ten sol­len dadurch künf­tig deut­lich schnel­ler ermit­telt und so der Ver­sor­gungs­aus­gleich im Schei­dungs­ver­fah­ren zügi­ger und ein­fa­cher berech­net wer­den.

Elek­tro­ni­scher Daten­aus­tausch in Schei­dungs­ver­fah­ren

Der elek­tro­ni­sche Daten­aus­tausch mit der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund, der am Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf in Zusam­men­ar­beit mit der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund ent­wi­ckelt wur­de, wird seit April 2008 bei dem Amts­ge­richt Duis­burg erfolg­reich getes­tet und ist im Herbst 2008 auf wei­te­re Amts­ge­rich­te im Ober­lan­des­ge­richts­be­zirk Düs­sel­dorf (Wup­per­tal, Neuss, Rhein­berg, Mön­chen­glad­bach-Rheydt) aus­ge­dehnt wor­den. Jetzt soll der Daten­aus­tausch auf alle 29 Amts­ge­rich­te des Ober­lan­des­ge­richts­be­zirk Düs­sel­dorf aus­ge­wei­tet wer­den. Eine lan­des­wei­te Ein­füh­rung in Nord­rhein-West­fa­len soll in weni­gen Wochen fol­gen.

Durch den elek­tro­ni­schen, streng gesi­cher­ten Daten­aus­tausch mit der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund erfah­ren die Fami­li­en­ge­rich­te in Schei­dungs­ver­fah­ren jetzt sofort „mit einem Klick“, ob für die jewei­li­gen Ehe­part­ner bei der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund Ver­si­che­rungs­kon­ten geführt wer­den. Außer­dem wer­den die Gerich­te gege­be­nen­falls auf ande­re zustän­di­ge Ver­si­che­rungs­trä­ger hin­ge­wie­sen. Die­se Anga­ben sind im Schei­dungs­ver­fah­ren wich­tig, um den Ver­sor­gungs­aus­gleich, d. h. die Auf­tei­lung von Ver­si­che­rungs- und Ver­sor­gungs­an­wart­schaf­ten zwi­schen pro­zes­sie­ren­den Ehe­leu­ten, berech­nen zu kön­nen.

Die Fami­li­en­ge­rich­te und die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Bund wer­den durch den elek­tro­ni­schen Daten­aus­tausch erheb­lich ent­las­tet. Die Bear­bei­tungs­dau­er für Kon­ten­klä­run­gen wird sich für jede Anfra­ge um min­des­tens ein bis zwei Wochen ver­kür­zen. Die bis­lang oft lang­wie­ri­ge und auf­wen­di­ge Abfra­ge auf dem Post­weg, inter­ne Post­lauf­zei­ten bei der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund und den Amts­ge­rich­ten sowie feh­ler­haf­te Adres­sie­run­gen wer­den künf­tig ent­fal­len.

Der Ratio­na­li­sie­rungs­ef­fekt ist enorm. In Ver­sor­gungs­aus­gleichs­ver­fah­ren wer­den im Schnitt etwa vier Aus­kunfts­er­su­chen gestellt. Bis­lang wer­den in Nord­rhein-West­fa­len jähr­lich nur an die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Bund rund 35.000 Anfra­gen zur Kon­ten­klä­rung in Papier­form ver­sandt. Bun­des­weit fra­gen die Fami­li­en­ge­rich­te bei ca. 200.000 Schei­dungs­ver­fah­ren jähr­lich rund 400.000 Mal schrift­lich – nur an die gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger und die Trä­ger der Beam­ten­ver­sor­gung – Ver­si­che­rungs­kon­ten ab.

Es ist geplant, die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Rhein­land, die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung West­fa­len und ande­re Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger in die­ses Ver­fah­ren ein­zu­be­zie­hen. Auch für ande­re Bun­des­län­der besteht die Mög­lich­keit, das Sys­tem zu über­neh­men. Außer­dem sol­len künf­tig zusätz­li­che Infor­ma­tio­nen, z. B. zum Ver­fah­rens­stand von Ent­schei­dun­gen, voll­elek­tro­nisch zwi­schen den Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­gern und den Gerich­ten aus­ge­tauscht wer­den. Mit­tel­fris­tig sol­len die Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten über das Inter­net die für den Ver­sor­gungs­aus­gleich erfor­der­li­chen Daten von zu Hau­se ein­ge­ben kön­nen und die umfang­rei­chen Papier­for­mu­la­re, auf denen der­zeit noch die Anga­ben schrift­lich zu machen sind, ent­fal­len.