Eltern­geld und der Unter­halt der Mut­ter

Eltern­geld wird grund­sätz­lich ein­kom­mens­ab­hän­gig gezahlt, so dass es Lohn­er­satz­funk­ti­on hat und des­we­gen als Ein­kom­men des bezugs­be­rech­tig­ten Eltern­teils zu berück­sich­ti­gen ist. Ledig­lich in Höhe von 300 € monat­lich bleibt es nach § 11 Satz 1 BEEG unbe­rück­sich­tigt.

Eltern­geld und der Unter­halt der Mut­ter

Nach § 1615 l Abs. 2 Satz 1 bis 3 BGB schul­det der Vater jeden­falls einen Basis­un­ter­halt bis zur Voll­endung des drit­ten Lebens­jah­res des Kin­des. Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kann der betreu­en­de Eltern­teil in den ers­ten drei Lebens­jah­ren des Kin­des frei ent­schei­den, ob er das Kind selbst in vol­lem Umfang betreu­en und erzie­hen oder eine ande­re Betreu­ungs­mög­lich­keit in Anspruch neh­men will. Er kann in die­ser Zeit auch eine bereits begon­ne­ne Erwerbs­tä­tig­keit wie­der auf­ge­ben 1.

Soweit die Klä­ge­rin für die Zeit bis ein­schließ­lich Juni 2008 Eltern­geld bezo­gen hat, steht auch dies der ange­foch­te­nen Ent­schei­dung nicht ent­ge­gen. Zwar wird Eltern­geld grund­sätz­lich ein­kom­mens­ab­hän­gig gezahlt, so dass es Lohn­er­satz­funk­ti­on erhält und des­we­gen als Ein­kom­men des bezugs­be­rech­tig­ten Eltern­teils zu berück­sich­ti­gen ist. In Höhe von 300 € monat­lich bleibt es nach § 11 Satz 1 BEEG aller­dings unbe­rück­sich­tigt. Das Gesetz belässt der Klä­ge­rin somit neben dem Min­dest­be­darf in Höhe von 770 € jeden­falls einen Teil des Eltern­gelds von monat­lich 300 € 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. Novem­ber 2010 – XII ZR 37/​09

  1. BGH, Urtei­le in BGHZ 180, 170 = Fam­RZ 2009, 770 Rn. 20 f.; und vom 13.04.2005 – XII ZR 273/​02, Fam­RZ 2005, 1154, 1156 f.[]
  2. vgl. Wendl/​Dose aaO § 1 Rn. 85 a[]