Ent­schei­dun­gen im Betreu­ungs­ver­fah­ren – und ihre Bekannt­ga­be nur an den Betreu­er

Die Monats­frist des § 71 Abs. 1 Satz 1 FamFG beginnt mit der schrift­li­chen Bekannt­ga­be des Beschlus­ses an den Betrof­fe­nen, die ggfs. gemäß § 41 Abs. 1 Satz 2 FamFG durch Zustel­lung erfol­gen muss.

Ent­schei­dun­gen im Betreu­ungs­ver­fah­ren – und ihre Bekannt­ga­be nur an den Betreu­er

Die Zustel­lung nur an den Betreu­er ist dage­gen nicht aus­rei­chend.

Der Betreu­er ist inso­weit mit Blick auf die gemäß § 275 FamFG unab­hän­gig von der Geschäfts­fä­hig­keit bestehen­de Ver­fah­rens­fä­hig­keit des Betrof­fe­nen nicht des­sen Ver­tre­ter, was auch dann gilt, wenn der Auf­ga­ben­kreis wie hier die Ent­ge­gen­nah­me, das Anhal­ten und das Öff­nen der Post umfasst 1.

Daher fehlt es bei der Zustel­lung nur an den Betreu­er an einer wirk­sa­men Bekannt­ga­be, so dass die Rechts­be­schwer­de­frist noch nicht zu lau­fen begon­nen hat 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. August 2019 – XII ZB 29/​19

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 02.12 2015 XII ZB 283/​15 Fam­RZ 2016, 296 Rn.20 mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 24.10.2018 XII ZB 188/​18 Fam­RZ 2019, 477 Rn. 11 mwN[]