Erle­di­gung in Betreu­ungs­sa­chen

In Ver­fah­ren nach dem Gesetz über das Ver­fah­ren in Fami­li­en­sa­chen und in den Ange­le­gen­hei­ten der frei­wil­li­gen Gerichts­bar­keit tritt eine Erle­di­gung der Haupt­sa­che dann ein, wenn nach Ein­lei­tung des Ver­fah­rens der Ver­fah­rens­ge­gen­stand durch ein Ereig­nis, wel­ches eine Ver­än­de­rung der Sachund Rechts­la­ge her­bei­führt, weg­ge­fal­len ist, so dass die Wei­ter­füh­rung des Ver­fah­rens kei­nen Sinn mehr hät­te, weil eine Sach­ent­schei­dung nicht mehr erge­hen kann 1.

Erle­di­gung in Betreu­ungs­sa­chen

In Ver­fah­ren nach dem Gesetz über das Ver­fah­ren in Fami­li­en­sa­chen und in den Ange­le­gen­hei­ten der frei­wil­li­gen Gerichts­bar­keit tritt eine Erle­di­gung der Haupt­sa­che dann ein, wenn nach Ein­lei­tung des Ver­fah­rens der Ver­fah­rens­ge­gen­stand durch ein Ereig­nis, wel­ches eine Ver­än­de­rung der Sachund Rechts­la­ge her­bei­führt, weg­ge­fal­len ist, so dass die Wei­ter­füh­rung des Ver­fah­rens kei­nen Sinn mehr hät­te, weil eine Sach­ent­schei­dung nicht mehr erge­hen kann 2.

So liegt es auch in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall:

Gegen­stand des amts­ge­richt­li­chen Beschlus­ses war allein die Erwei­te­rung des Auf­ga­ben­krei­ses der Betreu­ung um die Ent­schei­dung über den Ver­zicht auf die Anwalts­zu­las­sung. Noch vor Ein­le­gung der Beschwer­de 3 hat­te der Betreu­er den Ver­zicht gegen­über der Rechts­an­walts­kam­mer erklärt und die­se die Zulas­sung auf­grund des vom Betreu­er erklär­ten Rechts­mit­tel­ver­zichts bestands­kräf­tig wider­ru­fen. Nach dem inso­weit anwend­ba­ren Ver­wal­tungs­zu­stel­lungs­ge­setz des Lan­des Hes­sen 4 gilt der Wider­ruf als mit dem Zugang beim Betreu­er zuge­stellt (vgl. § 1 Abs. 1 Hess­VwZG, §§ 5 Abs. 4, 6 Abs. 1, 8 VwZG). Schon des­halb geht der Ein­wand, der Wider­ruf sei man­gels Zustel­lung noch nicht rechts­wirk­sam erfolgt, ins Lee­re. Jeden­falls mit dem Zulas­sungs­wi­der­ruf war der Ver­zicht auf die Zulas­sung nicht mehr frei wider­ruf­lich 5, eine Ent­schei­dung über die­sen Ver­zicht abschlie­ßend getrof­fen und damit der dem Betreu­er inso­weit über­tra­ge­ne Auf­ga­ben­be­reich gegen­stands­los.

hat­te der Betreu­er den Ver­zicht gegen­über der Rechts­an­walts­kam­mer erklärt und die­se die Zulas­sung auf­grund des vom Betreu­er erklär­ten Rechts­mit­tel­ver­zichts bestands­kräf­tig wider­ru­fen. Nach dem inso­weit anwend­ba­ren Ver­wal­tungs­zu­stel­lungs­ge­setz des Lan­des Hes­sen 4 gilt der Wider­ruf als mit dem Zugang beim Betreu­er zuge­stellt (vgl. § 1 Abs. 1 Hess­VwZG, §§ 5 Abs. 4, 6 Abs. 1, 8 VwZG). Schon des­halb geht der Ein­wand der Rechts­be­schwer­de, der Wider­ruf sei man­gels Zustel­lung noch nicht rechts­wirk­sam erfolgt, ins Lee­re. Jeden­falls mit dem Zulas­sungs­wi­der­ruf war der Ver­zicht auf die Zulas­sung nicht mehr frei wider­ruf­lich 5, eine Ent­schei­dung über die­sen Ver­zicht abschlie­ßend getrof­fen und damit der dem Betreu­er inso­weit über­tra­ge­ne Auf­ga­ben­be­reich gegen­stands­los.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. August 2019 – XII ZB 29/​19

  1. im Anschluss an BGH, Beschluss vom 22.11.2017 XII ZB 578/​16 Fam­RZ 2018, 198; BGH Beschlüs­se vom 08.05.2012 – II ZB 17/​11 NJW-RR 2012, 997; und vom 14.10.2010 – V ZB 78/​10 FGPrax 2011, 39[]
  2. BGH, Beschluss vom 22.11.2017 XII ZB 578/​16 Fam­RZ 2018, 198 Rn. 6 mwN; BGH Beschlüs­se vom 08.05.2012 – II ZB 17/​11 NJW-RR 2012, 997 Rn. 6 mwN; und vom 14.10.2010 – V ZB 78/​10 FGPrax 2011, 39 Rn. 11 mwN[]
  3. vgl. dazu BGH Beschluss vom 05.12 2012 – I ZB 48/​12 NJW-RR 2013, 751 Rn. 13[]
  4. vgl. Feuerich/​Weyland/​Brüggemann BRAO 9. Aufl. § 34 Rn. 6; Gaier/​Wolf/​Göcken/​Siegmund Anwalt­li­ches Berufs­recht 2. Aufl. § 34 BRAO Rn. 9[][]
  5. vgl. BGH Beschluss vom 22.04.2002 AnwZ (B) 5/​01 NJOZ 2002, 1880, 1881 mwN; vgl. auch Gai­er/­Wol­f/Gö­cken/­Schmidt-Räntsch Anwalt­li­ches Berufs­recht 2. Aufl. § 14 BRAO Rn. 25[][]