Erwerbs­ob­lie­gen­heit beim Kin­des­un­ter­halt – und die Pfle­ge der Groß­mutter

Die von einem unter­halts­pflich­ti­gen Eltern­teil geleis­te­te Pfle­ge ihrer eige­nen Mut­ter ent­bin­det den Eltern­teil nicht von der ihm im Rah­men des Kin­des­un­ter­halts tref­fen­den Erwerbs­ob­lie­gen­heit.

Erwerbs­ob­lie­gen­heit beim Kin­des­un­ter­halt – und die Pfle­ge der Groß­mutter

Das Kind geht der (Groß-)Mutter im Rang vor (§ 1609 Nr. 1, 6 BGB) 1.

Auch die für wei­ter­ge­lei­te­tes Pfle­ge­geld gel­ten­de Anrech­nungs­re­ge­lung des § 13 Abs. 6 Nr. 1 SGB XI erlaubt kei­nen Rück­schluss auf einen Vor­rang der Pfle­ge­tä­tig­keit vor der im Inter­es­se des Kin­des gebo­te­nen Erwerbs­tä­tig­keit. Zu beach­ten ist viel­mehr, dass das Anrech­nungs­ver­bot vor allem die Fäl­le abde­cken soll, in denen das Pfle­ge­geld an eine Pfle­ge­per­son wei­ter­ge­lei­tet wird, die unter­halts­recht­lich nicht erwerbs­ver­pflich­tet ist oder die die Pfle­ge neben ihrer Erwerbs­tä­tig­keit leis­tet 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 9. Novem­ber 2016 – XII ZB 227/​15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 09.03.2016 – XII ZB 693/​14Fam­RZ 2016, 887 Rn. 22[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 01.03.2006 – XII ZR 157/​03Fam­RZ 2006, 846, 848; BT-Drs. 14/​580 S. 5[]