Fami­li­en­sa­che oder kei­ne Fami­li­en­sa­che?

Hat das Ober­lan­des­ge­richt ein Ver­fah­ren (hier: durch aus­drück­li­che Bezeich­nung im Rubrum) als Fami­li­en­sa­che qua­li­fi­ziert, so ist der Bun­des­ge­richts­hof gemäß § 545 Abs. 2 ZPO an die­se Qua­li­fi­ka­ti­on mit der Fol­ge gebun­den, dass eine Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de gemäß § 26 Nr. 9 EGZPO unzu­läs­sig ist.

Fami­li­en­sa­che oder kei­ne Fami­li­en­sa­che?

Eine Fami­li­en­sa­che im Sin­ne des § 621 Abs. 1 Nr. 5 ZPO (betr. die durch Ehe begrün­de­te gesetz­li­che Unter­halts­pflicht) kann auch dann vor­lie­gen, wenn die Ehe­gat­ten über eine von ihnen als eigen­stän­dig gewoll­te ver­trag­li­che Unter­halts­re­ge­lung strei­ten. Ent­schei­dend ist allein, ob die ver­trag­li­che Rege­lung hin­sicht­lich der Vor­aus­set­zun­gen, des Umfangs und des Erlö­schens des Anspruchs die im gesetz­li­chen Unter­halts­recht vor­ge­ge­be­nen Grund­sät­ze auf­nimmt und – wenn auch unter viel­leicht erheb­li­cher Modi­fi­ka­ti­on – abbil­det.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. Novem­ber 2008 – XII ZR 103/​07