Geneh­mi­gung der ärzt­li­chen Zwangs­be­hand­lung – und der erfor­der­li­che Über­zeu­gungs­ver­such

Eine Zwangs­maß­nah­me ist nur dann gemäß § 1906 a Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 BGB zuläs­sig, wenn zuvor ernst­haft, mit dem nöti­gen Zeit­auf­wand und ohne Aus­übung unzu­läs­si­gen Drucks ver­sucht wor­den ist, den Betreu­ten von der Not­wen­dig­keit der ärzt­li­chen Maß­nah­me zu über­zeu­gen.

Geneh­mi­gung der ärzt­li­chen Zwangs­be­hand­lung – und der erfor­der­li­che Über­zeu­gungs­ver­such

Das Vor­lie­gen die­ser Vor­aus­set­zung hat das Gericht in jedem Ein­zel­fall fest­zu­stel­len und in sei­ner Ent­schei­dung in nach­prüf­ba­rer Wei­se dar­zu­le­gen [1].

Die­sen Anfor­de­run­gen wur­de im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung gerecht. Nach den in Bezug genom­me­nen Aus­füh­run­gen des Amts­ge­richts wur­de über Wochen erfolg­los ver­sucht, die Betrof­fe­ne von Sinn und Zweck der Heil­be­hand­lung zu über­zeu­gen. Dies sei nicht gelun­gen. Die Betrof­fe­ne habe sich bereits rund sechs Wochen in der Kli­nik auf­ge­hal­ten. Seit­her sei von den Kli­nik­ärz­ten und der Betreue­rin häu­fig ver­sucht wor­den, die Betrof­fe­ne von einer Behand­lung zu über­zeu­gen. Das sei bis zur Anhö­rung nicht erfolg­reich gewe­sen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Novem­ber 2019 – XII ZB 222/​19

  1. BGH, Beschluss vom 13.09.2017 XII ZB 185/​17 FamRZ 2017, 2056 Rn. 6 mwN[]