Gericht­li­che Anord­nung einer 5‑Punkt-Fixie­rung

Die Fixie­rung ist eine in Aus­nah­me­si­tua­tio­nen als letz­tes Mit­tel zu ergrei­fen­de Maß­nah­me zur Abwehr erheb­li­cher und kon­kre­ter Gefah­ren für das Leben und die kör­per­li­che Unver­sehrt­heit der betrof­fe­nen Per­son selbst und Drit­ter. Nur als sol­che genügt sie den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen 1.

Gericht­li­che Anord­nung einer 5‑Punkt-Fixie­rung

Sodann muss das Gericht prü­fen, ob mil­de­re Alter­na­tiv­maß­nah­men zur Ver­fü­gung stan­den, und darf es nicht dabei bewen­den las­sen, dass der Kri­sen­in­ter­ven­ti­ons­raum belegt war. Soweit der­ar­ti­ge Maß­nah­men mög­li­cher­wei­se Per­so­nal gebun­den hät­ten, etwa weil die Betrof­fe­ne hät­te über­wacht wer­den müs­sen, ist dies auch bei der Fixie­rung der Fall, für die von Ver­fas­sungs wegen eine Eins-zu-eins-Betreu­ung zu erfol­gen hat 2.

Die gericht­li­che Fixie­rungs­an­ord­nung muss einem strik­ten Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­maß­stab auch und gera­de hin­sicht­lich der Dau­er der Maß­nah­me genü­gen und sich auf das abso­lut Not­wen­di­ge beschrän­ken 3. Der ver­fas­sungs­recht­li­che Rich­ter­vor­be­halt darf nicht dadurch unter­lau­fen wer­den, dass die Fixie­rung über den not­wen­di­gen Zeit­raum hin­aus ange­ord­net wird, um eine wie­der­hol­te Befas­sung des anord­nen­den Gerichts zu ver­mei­den.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 19. März 2019 – 2 BvR 2638/​18

  1. vgl. BVerfG, Urteil vom 24.07.2018 – 2 BvR 309/​15 u.a., Rn. 80, 107 ff., 120[]
  2. vgl. BVerfG, Urteil vom 24.07.2018 – 2 BvR 309/​15 u.a., Rn. 83[]
  3. vgl. BVerfG, Urteil vom 24.07.2018 – 2 BvR 309/​15 u.a., Rn. 89[]