Getrennt­le­ben­de Eltern: Wer darf Ein­sicht in das Schul­zeug­nis des Kin­des haben?

Wird bei getrennt Leben­den das Für­sor­ge­recht auf ein Eltern­teil allein über­tra­gen, steht die­ses in der Pflicht, dem ande­ren Eltern­teil bei berech­tig­tem Inter­es­se Aus­kunft über die per­sön­li­chen Ver­hält­nis­se des Kin­des geben. Dazu zählt auch der Ein­blick in das Schul­zeug­nis.

Getrennt­le­ben­de Eltern: Wer darf Ein­sicht in das Schul­zeug­nis des Kin­des haben?

Trotz regel­mä­ßi­ger Unter­halts­zah­lun­gen bleibt der Kon­takt zwi­schen Kind und Unter­halts­zah­len­dem oft spo­ra­disch. Ist es die­sem Eltern­teil auf­grund einer gro­ßen Ent­fer­nung nicht mög­lich, regel­mä­ßig per­sön­li­chen Kon­takt zu dem Kind zu hal­ten oder hat das Gericht den Umgang aus­ge­schlos­sen, so muss das für­sor­gen­de Eltern­teil Aus­kunft ertei­len. § 1686 BGB zufol­ge hat die unter­halts­pflich­ti­ge Per­son Recht auf Infor­ma­ti­on bezie­hungs­wei­se Aus­kunft über per­sön­li­che Ver­hält­nis­se, sofern die­se dem Kin­des­wohl nicht wider­spre­chen. Neben per­sön­li­chen für das Befin­den und die Ent­wick­lung des Kin­des betref­fen­den Umstän­den sowie dem Gesund­heits­zu­stand des Kin­des zäh­len dazu auch die schu­li­sche und beruf­li­che Ent­wick­lung. Das betrifft also auch Schul­zeug­nis­se aller Art wie auch das Halb­jah­res­zeug­nis. Über die­se Ver­hält­nis­se fer­tigt die sor­gen­be­rech­tig­te Per­son auf Nach­fra­ge und bei Inter­es­se des ande­ren Eltern­teils regel­mä­ßi­ge Berich­te, denen auch die Kopien der Zeug­nis­se bei­lie­gen. Ori­gi­nal­zeug­nis­se sind hier­bei jedoch nicht erfor­der­lich. Die­sen For­de­run­gen kann über den Wil­len des Kin­des hin­weg Fol­ge geleis­tet wer­den, sofern die­ses noch nicht voll­jäh­rig ist.

Wird ihnen die­ser Ein­blick ver­wei­gert, bleibt der Weg vor das Gericht. Kommt das sor­ge­recht­aus­üben­de Eltern­teil die­ser For­de­rung nicht nach und ver­wei­gert die Aus­kunft bezie­hungs­wei­se den Ein­blick in das Zeug­nis, so kann das unter­halts­pflich­ti­ge Eltern­teil Kla­ge erhe­ben. Ent­spre­chen­de Hil­fe bie­tet hier­bei die Anwäl­tin Danie­la Carl, die in allen Amts- und Land­ge­rich­ten zuge­las­sen ist und Klä­ger vor die­sen Gerichts­in­stan­zen deutsch­land­weit ver­tre­ten darf.

Ist das Eltern­teil bei dem sich das Kind gewöhn­lich auf­hält nicht sor­ge­be­rech­tigt, so kann er dabei ledig­lich Aus­kunft vom betreu­en­den Eltern­teil erhal­ten, jedoch nicht von Ärz­ten, Erzie­hern oder Leh­rern selbst. Nur wenn das sor­gen­be­rech­tig­te Eltern­teil die­se Per­so­nen dazu ermäch­tigt Aus­kunft zu ertei­len und sind die­se auch dazu bereit, dann ent­fällt die regel­mä­ßi­ge Aus­kunfts­er­tei­lung an die sor­ge­be­rech­tig­te Per­son. Die­se muss sich selbst­stän­dig direkt an die ent­spre­chen­den Infor­ma­ti­ons­trä­ger wen­den.

Liegt eine Voll­jäh­rig­keit des Kin­des vor, ist die­ses in der Regel selbst ver­ant­wort­lich für sei­nen Unter­halt. Geht es wei­ter­hin zur Schu­le oder nimmt es ein Stu­di­um auf, zählt dies in der Regel noch zur Erst­aus­bil­dung. Hier greift § 1610 Abs. 2 BGB, das besagt, dass Eltern wei­ter­hin für den Kin­des­un­ter­halt in der Aus­bil­dung in der Pflicht blei­ben. Das Kind muss jedoch dazu auf Nach­fra­ge des Unter­halts­zah­len­den nach­wei­sen, „ziel­stre­big“ zu ler­nen oder zu stu­die­ren, wenn es wei­ter­hin Unter­halt in Anspruch neh­men will. Die­ser Nach­weis erfolgt dabei eben­falls durch die Vor­la­ge von Zeug­nis­sen bezie­hungs­wei­se ent­spre­chen­den Foto­ko­pien. Lie­gen schwa­che Noten vor, muss das Kind unter Umstän­den durch Prak­ti­ka oder auf ande­re Wei­se von sei­ner Moti­va­ti­on über­zeu­gen.

Braucht das Kind eini­ge Mona­te Ori­en­tie­rungs­zeit nach Abschluss der Schu­le oder bricht es einen Stu­di­en­gang ab, um sich für einen ande­ren Stu­di­en­gang ein­zu­schrei­ben oder eine Aus­bil­dung zu begin­nen, ist das nicht zu bean­stan­den. Der Anspruch auf Kin­des­un­ter­halt in der Aus­bil­dung ent­fällt jedoch, wenn das Kind sei­ne Aus­bil­dung unan­ge­mes­sen ver­zö­gert, also deut­lich über die durch­schnitt­li­che Stu­di­en­zeit hin­aus­geht. Im Ein­zel­fall kann dabei über Aus­nah­men ent­schie­den wer­den. Das ist bei­spiels­wei­se der Fall, wenn Krank­heits­zei­ten oder Aus­lands­auf­ent­hal­te dazu­kom­men, die dafür sor­gen, dass sich ein Stu­di­um um meh­re­re Semes­ter ver­län­gert.