Hei­lung einer feh­ler­haf­ten Zustel­lung – und der feh­len­de Zustel­lungs­wil­le

Die Hei­lung der feh­ler­haf­ten Zustel­lung einer Ent­schei­dung kommt nur dann in Betracht, wenn eine form­ge­rech­te Zustel­lung von dem Gericht wenigs­tens ange­strebt wor­den ist [1]; an die­sem Zustel­lungs­wil­len fehlt es, wenn sich das Gericht von vorn­her­ein bewusst dafür ent­schei­det, von der förm­li­chen Zustel­lung der Ent­schei­dung an den Betei­lig­ten abzu­se­hen, und die schrift­li­che Bekannt­ga­be durch Auf­ga­be zur Post anord­net.

Hei­lung einer feh­ler­haf­ten Zustel­lung – und der feh­len­de Zustel­lungs­wil­le

Auch bei wei­ter Aus­le­gung des von § 15 Abs. 2 Satz 1 FamFG in Bezug genom­me­nen § 189 ZPO kann es für eine Hei­lung nicht aus­rei­chen, dass das zuzu­stel­len­de Schrift­stück dem Adres­sa­ten irgend­wie zugeht.

Am erfor­der­li­chen Zustel­lungs­wil­len fehlt es indes­sen, wenn sich das Gericht von vorn­her­ein bewusst dafür ent­schei­det, von einer förm­li­chen Zustel­lung der Ent­schei­dung abzu­se­hen und eine schrift­li­che Bekannt­ga­be durch Auf­ga­be zur Post anord­net.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 19. Febru­ar 2020 – XII ZB 291/​19

  1. vgl. BGHZ 214, 294 = NJW 2017, 2472 Rn. 35 und BGH Urteil vom 19.05.2010 – IV ZR 14/​08 FamRZ 2010, 1328 Rn. 17; Prütting/​Helms/​AhnRoth FamFG 4. Aufl. § 15 Rn. 53[]