Inob­hut­nah­me

Vor­aus­set­zung für eine Inob­hut­nah­me nach § 42 Abs. 2 SGB VIII ist zunächst die blo­ße – zumin­dest ernst gemein­te – Bit­te des Kin­des oder Jugend­li­chen um Obhut.

Inob­hut­nah­me

Wider­spricht der Per­so­nen­sor­ge- oder Erzie­hungs­be­rech­tig­te der Inob­hut­nah­me, for­dert § 42 Abs. 2 Satz 3 SGB VIII eine eige­ne Ent­schei­dung des Jugend­am­tes über die Been­di­gung der Inob­hut­nah­me oder deren Auf­recht­erhal­tung bis zu einer sich anschlie­ßen­den Ent­schei­dung des nach Nr. 2 die­ser Bestim­mung anzu­ru­fen­den Fami­li­en­ge­richts.

§ 42 Abs. 2 Satz 3 SGB VIII ist Rechts­grund­la­ge für eine vor­läu­fi­ge Unter­brin­gung und damit ver­bun­de­ne Bestim­mung des Auf­ent­halts des Kin­des oder Jugend­li­chen durch das Jugend­amt., die vor­aus­setzt, dass ohne die Inob­hut­nah­me die Gefahr einer Beein­träch­ti­gung des Woh­les des Kin­des oder Jugend­li­chen besteht und die Eltern zur Abwehr die­ser Gefähr­dung nicht bereit oder in der Lage sind.

Die Recht­mä­ßig­keit der vom Jugend­amt nach § 42 Abs. 2 Satz 3 SGB VIII zu tref­fen­den Ent­schei­dung unter­liegt der ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Kon­trol­le. Das nach Nr. 2 die­ser Bestim­mung ange­ru­fe­ne Fami­li­en­ge­richt ent­schei­det nicht über die Recht­mä­ßig­keit der Inob­hut­nah­me oder deren Fort­dau­er; es trifft viel­mehr die not­wen­di­gen sor­ge­recht­li­chen Maß­nah­men im Anschluss an die Inob­hut­nah­me selbst.

Nie­der­säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 18. Sep­tem­ber 2009 – 4 LA 706/​07