Kin­des­un­ter­halt – und der Split­ting­vor­teil des Vaters

Beim Kin­des­un­ter­halt besteht kein Ver­bot der Teil­ha­be am steu­er­li­chen Split­ting­vor­teil.

Kin­des­un­ter­halt – und der Split­ting­vor­teil des Vaters

Viel­mehr gilt inso­weit der all­ge­mei­ne Grund­satz, dass alle Ein­kom­mens­be­stand­tei­le und somit auch der Split­ting­vor­teil für den Kin­des­un­ter­halt her­an­ge­zo­gen wer­den kön­nen, und zwar sowohl bei der Ermitt­lung des Bedarfs nach § 1610 BGB als auch bei der Leis­tungs­fä­hig­keit nach § 1603 BGB.

Der aus der Ehe resul­tie­ren­de Split­ting­vor­teil ist beim Kin­des­un­ter­halt immer dann unein­ge­schränkt ein­kom­mens­er­hö­hend zu berück­sich­ti­gen, wenn er auf dem allei­ni­gen Ein­kom­men des Unter­halts­pflich­ti­gen beruht. Nur dann, wenn der Ehe­gat­te des Unter­halts­pflich­ti­gen – wie hier – eige­ne steu­er­pflich­ti­ge Ein­künf­te bezieht, ist der Split­ting­vor­teil auf den Unter­halts­pflich­ti­gen und sei­nen Ehe­gat­ten zu ver­tei­len, aller­dings nicht nach einem Halb­tei­lungs­maß­stab, son­dern nach dem Maß­stab einer fik­ti­ven Ein­zel­ver­an­la­gung bei­der Ehe­gat­ten [1].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. Okto­ber 2020 – XII ZB 201/​19

  1. BGH, Beschluss vom 10.07.2013 – XII ZB 298/​12 , FamRZ 2013, 1563 Rn. 15 mwN[]