Künst­li­che Befruch­tung mit­tels Samen­spen­de – und der Aus­kunfts­an­spruch des Kin­des

Das mit­tels künst­li­cher hete­ro­lo­ger Inse­mi­na­ti­on gezeug­te Kind kann gegen den Repro­duk­ti­ons­me­di­zi­ner einen aus den Grund­sät­zen von Treu und Glau­ben fol­gen­den Anspruch auf Aus­kunft über die Iden­ti­tät des Samen­spen­ders haben. Die hier­für erfor­der­li­che recht­li­che Son­der­ver­bin­dung folgt aus dem Behand­lungs­ver­trag, bei dem es sich um einen Ver­trag mit Schutz­wir­kung zuguns­ten des Kin­des han­delt.

Künst­li­che Befruch­tung mit­tels Samen­spen­de – und der Aus­kunfts­an­spruch des Kin­des

Der Anspruch setzt kein bestimm­tes Min­dest­al­ter des Kin­des vor­aus. Machen die Eltern die­sen Anspruch als gesetz­li­che Ver­tre­ter des Kin­des gel­tend, ist aber erfor­der­lich, dass die Aus­kunft zum Zweck der Infor­ma­ti­on des Kin­des ver­langt wird.

Ob es dem Repro­duk­ti­ons­me­di­zi­ner zumut­bar ist, Aus­kunft über die Iden­ti­tät des Samen­spen­ders zu ertei­len, ist durch eine auf den kon­kre­ten Ein­zel­fall bezo­ge­ne, umfas­sen­de Abwä­gung der durch die Aus­kunfts­er­tei­lung berühr­ten recht­li­chen, ins­be­son­de­re grund­recht­li­chen, Belan­ge zu klä­ren. Dabei kön­nen auch die durch die ärzt­li­che Schwei­ge­pflicht geschütz­ten recht­li­chen Belan­ge des Samen­spen­ders Berück­sich­ti­gung fin­den.

Der Rechts­po­si­ti­on des Kin­des, der sein ver­fas­sungs­recht­lich geschütz­tes all­ge­mei­nes Per­sön­lich­keits­recht zugrun­de liegt, wird regel­mä­ßig ein erheb­li­ches Gewicht im Rah­men der Abwä­gung zukom­men.

Aus­kunfts­an­spruch und Per­sön­lich­keits­recht[↑]

Das Recht eines Kin­des auf Kennt­nis der eige­nen Abstam­mung wird von dem in Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG ver­bürg­ten all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­recht umfasst und genießt daher ver­fas­sungs­recht­li­chen Schutz 1.

Das all­ge­mei­ne Per­sön­lich­keits­recht (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG) ver­leiht aber kei­nen Anspruch auf Ver­schaf­fung sol­cher Kennt­nis­se, son­dern kann nur vor der Vor­ent­hal­tung erlang­ba­rer Infor­ma­tio­nen durch staat­li­che Orga­ne schüt­zen 2. Im Ver­hält­nis zwi­schen Pri­vat­rechts­sub­jek­ten bedarf es dage­gen einer zivil­recht­li­chen Anspruchs- grund­la­ge, um eine ent­spre­chen­de Aus­kunft ver­lan­gen zu kön­nen 3.

Aus­kunfts­an­spruch aus Treu und Glau­ben[↑]

Ein Anspruch auf die begehr­ten Aus­künf­te kann sich aber aus den Grund­sät­zen von Treu und Glau­ben gemäß § 242 BGB erge­ben.

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs gebie­ten es Treu und Glau­ben, dem Anspruchs­be­rech­tig­ten einen Aus­kunfts­an­spruch zuzu­bil­li­gen, wenn die zwi­schen den Par­tei­en bestehen­den Rechts­be­zie­hun­gen es mit sich brin­gen, dass der Anspruchs­be­rech­tig­te, der zur Durch­set­zung sei­ner Rech­te auf die Aus­kunft ange­wie­sen ist, in ent­schuld­ba­rer Wei­se über das Bestehen oder den Umfang sei­nes Rechts im Unge­wis­sen und der Ver­pflich­te­te in der Lage ist, unschwer die zur Besei­ti­gung die­ser Unge­wiss­heit erfor­der­li­chen Aus­künf­te zu ertei­len und ihm dies zumut­bar ist 4.

Die erfor­der­li­che Son­der­ver­bin­dung besteht.

Eine Son­der­ver­bin­dung der betei­lig­ten Per­so­nen, die eine sol­che Aus­kunfts­pflicht nach Treu und Glau­ben recht­fer­tigt, kann sich etwa aus einem ver­trag­li­chen oder einem gesetz­li­chen Schuld­ver­hält­nis 5, aus einem sons­ti­gen fami­li­en­recht­li­chen Ver­hält­nis 6 oder aus bestimm­ten erbrecht­li­chen Bezie­hun­gen 7 erge­ben.

Dass der Aus­kunfts­be­rech­tig­te ledig­lich als Drit­ter in den Ver­trag ein­be­zo­gen ist, etwa im Rah­men eines ech­ten Ver­trags zuguns­ten Drit­ter i.S.d. § 328 Abs. 1 BGB 8, hin­dert die Annah­me einer Son­der­ver­bin­dung nicht. Daher kann auch bei einem Ver­trag mit Schutz­wir­kung zuguns­ten Drit­ter eine Son­der­ver­bin­dung zwi­schen dem Drit­ten und einem der Ver­trags­part­ner bestehen, die zu einem Aus­kunfts­an­spruch gemäß § 242 BGB führt 9.

Der Behand­lungs­ver­trag zwi­schen Wunsch­el­tern und dem behan­deln­den Arzt bzw. der Kli­nik für Repro­duk­ti­ons­me­di­zin ist ein Ver­trag mit Schutz­wir­kung zuguns­ten des zu zeu­gen­den Kin­des und begrün­det zwi­schen die­sem mit sei­ner Geburt und dem Behand­ler eine recht­li­che Son­der­be­zie­hung, die auch Grund­la­ge eines auf Nen­nung der Iden­ti­tät eines Samen­spen­ders gerich­te­ten Aus­kunfts­an­spruchs des Kin­des sein kann.

Das durch die Recht­spre­chung ent­wi­ckel­te Insti­tut des Ver­trags mit Schutz­wir­kung zuguns­ten Drit­ter beruht auf einer maß­geb­lich durch das Prin­zip von Treu und Glau­ben (§ 242 BGB) gepräg­ten ergän­zen­den Ver­trags­aus­le­gung (§ 157 BGB). Danach wird ein Drit­ter in die aus einem Ver­trag fol­gen­den Sorg­falts- und Schutz­pflich­ten ein­be­zo­gen, wenn er mit der Haupt­leis­tung nach dem Inhalt des Ver­trags bestim­mungs­ge­mäß in Berüh­rung kom­men soll, ein schutz­wür­di­ges Inter­es­se des Gläu­bi­gers an der Ein­be­zie­hung des Drit­ten besteht, den Inter­es­sen des Schuld­ners durch Erkenn­bar­keit und Zumut­bar­keit der Haf­tungs­er­wei­te­rung Rech­nung getra­gen wird und der Drit­te schutz­be­dürf­tig ist 10.

Die­se Vor­aus­set­zun­gen sind bei einem auf die Zeu­gung mit­tels künst­li­cher hete­ro­lo­ger Inse­mi­na­ti­on gerich­te­ten Behand­lungs­ver­trag hin­sicht­lich des Kin­des als dem ange­streb­ten "Behand­lungs­er­geb­nis" erfüllt. Bestimm­te der den Behand­ler tref­fen­den Ver­trags­pflich­ten wie etwa die Pflicht zur gesund­heit­li­chen Über­prü­fung des Samen­spen­ders 11 oder die Sorg­falts­pflich­ten im Zusam­men­hang mit der Inse­mi­na­ti­on die­nen jeden­falls auch dem Schutz des zu zeu­gen­den Kin­des.

Dem­ge­gen­über wird es sich bei einem der­ar­ti­gen Behand­lungs­ver­trag allen­falls in sel­te­nen Aus­nah­me­fäl­len um einen ech­ten Ver­trag zuguns­ten Drit­ter gemäß § 328 Abs. 1 BGB han­deln, weil sich für das zu zeu­gen­de Kind aus dem Ver­trag regel­mä­ßig kein Leis­tungs­for­de­rungs­recht im Sinn die­ser Vor­schrift erge­ben soll 12.

Die­ser Ver­trag begrün­det eine Rechts­be­zie­hung zwi­schen dem behan­deln­den Arzt und dem Kind, die auch die Grund­la­ge für den aus Treu und Glau­ben fol­gen­den Aus­kunfts­an­spruch bil­den kann.

Dem steht zum einen nicht ent­ge­gen, dass die Aus­kunfts­pflicht grund­sätz­lich einen dem Grun­de nach fest­ste­hen­den Leis­tungs­an­spruch oder jeden­falls den begrün­de­ten Ver­dacht einer Pflicht­ver­let­zung vor­aus­setzt 13.

Das Aus­kunfts­be­geh­ren allein zur Erlan­gung der Kennt­nis der eige­nen Abstam­mung hat die Beson­der­heit, dass es jeden­falls pri­mär nicht der Vor­be­rei­tung und Durch­set­zung von Leis­tungs­an­sprü­chen dient, die inso­weit ohne­hin nicht gegen den behan­deln­den Arzt, son­dern allen­falls gegen den leib­li­chen Vater gerich­tet sein könn­ten. Für Aus­kunfts­an­sprü­che von Pati­en­ten gegen­über ärzt­li­chen Behand­lern ist in der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs aner­kannt, dass sie grund­sätz­lich auch dann bestehen, wenn sie aus­schließ­lich der Infor­ma­ti­ons­be­schaf­fung zum Zwe­cke der Ver­wirk­li­chung des all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­rechts und nicht der Vor­be­rei­tung von Leis­tungs­an­sprü­chen die­nen 14. Nichts ande­res gilt für das durch eine künst­li­che hete­ro­lo­ge Inse­mi­na­ti­on gezeug­te Kind hin­sicht­lich der die­se Behand­lung betref­fen­den Infor­ma­tio­nen, zu deren wesent­li­chen die Iden­ti­tät des Samen­spen­ders gehört.

Zum ande­ren schei­tert ein Aus­kunfts­an­spruch nicht dar­an, dass die Rechts­kon­struk­ti­on des Ver­trags mit Schutz­wir­kung zuguns­ten Drit­ter zur Begrün­dung direk­ter Scha­dens­er­satz­an­sprü­che des Drit­ten hier des Kin­des her­an­ge­zo­gen wird, die Aus­kunft über die Iden­ti­tät des Samen­spen­ders aber in kei­nem Zusam­men­hang mit einem Scha­dens­er­satz­an­spruch steht. Viel­mehr führt die auf §§ 242, 157 BGB beru­hen­de Ein­be­zie­hung des Drit­ten in die ver­trag­li­chen Schutz­pflich­ten unab­hän­gig davon, ob ein Ver­stoß gegen die­se Pflich­ten in Rede steht, zu einer recht­li­chen Son­der­be­zie­hung zwi­schen dem Ver­pflich­te­ten und dem Drit­ten, die als Grund­la­ge eines der Ver­wirk­li­chung des all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­rechts die­nen­den Aus­kunfts­an­spruchs aus­rei­chend ist.

Wei­te­re Anspruchs­vor­aus­set­zung ist, dass ein kon­kre­tes Bedürf­nis des Kin­des für die Infor­ma­ti­on über die Iden­ti­tät des Samen­spen­ders besteht, das Kind als Anspruchs­in­ha­ber also auf die Aus­kunft in einer Wei­se ange­wie­sen ist, die einen Anspruch nach Treu und Glau­ben recht­fer­ti­gen kann.

Kei­ne Alters­gren­ze[↑]

Ent­ge­gen der Annah­me des Land­ge­richts Han­no­ver 15 ist hier­für kein Min­dest­al­ter des Kin­des erfor­der­lich, so dass weder der Anspruch noch sei­ne Gel­tend­ma­chung ein sol­ches vor­aus­set­zen.

Die vom Land­ge­richt Han­no­ver pos­tu­lier­te Alters­gren­ze von 16 Jah­ren ent­behrt einer Ver­an­ke­rung im gel­ten­den Recht. Weder aus den die Anspruchs­grund­la­ge für den Aus­kunfts­an­spruch dar­stel­len­den Grund­sät­zen von Treu und Glau­ben noch aus dem all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­recht als der hin­ter dem zivil­recht­li­chen Anspruch ste­hen­den ver­fas­sungs­recht­li­chen Posi­ti­on des die Aus­kunft begeh­ren­den Kin­des folgt eine alters­mä­ßi­ge Begren­zung für den Aus­kunfts­an­spruch oder für des­sen Durch­set­zung.

Für eine ent­spre­chen­de Anwen­dung von Geset­zes­be­stim­mun­gen, die für Aus­kunfts- und Ein­sichts­rech­te eine Alters­gren­ze von 16 Jah­ren vor­se­hen, fehlt es bereits an einer aus­fül­lungs­be­dürf­ti­gen Rege­lungs­lü­cke. Denn es besteht eben­so wenig ein Bedarf wie ein recht­fer­ti­gen­der Grund, den gegen den behan­deln­den Arzt gerich­te­ten Aus­kunfts­an­spruch des Kin­des bzw. des­sen Durch­set­zung gene­rell von einem bestimm­ten Min­dest­al­ter abhän­gig zu machen.

Weder aus Kin­des­wohl­grün­den noch aus sons­ti­gen Erwä­gun­gen ergibt sich etwas für ein bestimm­tes Min­dest­al­ter als Vor­aus­set­zung des Aus­kunfts­an­spruchs oder von des­sen Durch­set­zung. Grund­sätz­lich ist anzu­neh­men, dass bei einem Kind unab­hän­gig von sei­nem Alter ein Bedürf­nis nach Kennt­nis der eige­nen Abstam­mung besteht 16. Denn das Inter­es­se an den eige­nen Wur­zeln erwacht typi­scher­wei­se nicht erst mit Voll­endung des 16. Lebens­jah­res. Dem­entspre­chend wird etwa Adop­tiv­el­tern emp­foh­len, das Kind von Anfang an in alters­ge­rech­ter Wei­se über sei­ne Her­kunft zu infor­mie­ren 17.

Letzt­end­lich obliegt es der Ver­ant­wor­tung der Kin­des­el­tern, wann und in wel­cher Form sie ihr min­der­jäh­ri­ges Kind über Beson­der­hei­ten sei­ner Her­kunft wie etwa den Umstand, dass leib­li­cher Vater ein Samen­spen­der ist, infor­mie­ren. Dabei wer­den sie die Per­sön­lich­keit des Kin­des, den Stand sei­ner Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung, sei­ne Ver­stan­des­rei­fe, aber auch ihr indi­vi­du­el­les Erzie­hungs­kon­zept berück­sich­ti­gen. Die­se Aspek­te ent­zie­hen sich jedoch weit­ge­hend einer gene­ra­li­sie­ren­den Betrach­tung und damit der Fest­le­gung einer star­ren Alters­gren­ze. Zudem wür­de eine sol­che den durch Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG gewähr­leis­te­ten Schutz der elter­li­chen Erzie­hungs­ver­ant­wor­tung berüh­ren, wor­un­ter auch die Infor­ma­ti­on des Kin­des über sei­ne Her­kunft durch die Eltern fällt. In die­se soll staat­li­cher­seits nach dem Wil­len des Gesetz­ge­bers nicht ein­ge­grif­fen wer­den 18. Dem­zu­fol­ge hängt es dem Grund­satz nach nicht vom Lebens­al­ter des Kin­des ab, wann des­sen aus der Erzie­hungs­ent­schei­dung sei­ner Eltern fol­gen­des Infor­ma­ti­ons­be­dürf­nis ent­steht.

Im Übri­gen erweist sich die vom Land­ge­richt Han­no­ver her­an­ge­zo­ge­ne Par­al­le­le zu den Vor­schrif­ten des Per­so­nen­stands­ge­set­zes nicht als belast­bar 19.

Die Vor­schrift des § 62 PStG regelt die Ertei­lung von Per­so­nen­stands­ur­kun­den sowie die Aus­kunft aus Per­so­nen­stands­re­gis­tern und die Ein­sicht in die­se. Sie bestimmt in Absatz 1 Satz 3, dass über 16 Jah­re alte Per­so­nen antrags­be­fugt sind. Bei die­ser Alters­gren­ze hat sich der Gesetz­ge­ber an § 1303 Abs. 2 BGB, also der Mög­lich­keit, eine Befrei­ung vom Eheer­for­der­nis der Ehe­mün­dig­keit zu bean­tra­gen, ori­en­tiert. Hier­von unbe­rührt bleibt jedoch die Befug­nis des gesetz­li­chen Ver­tre­ters, für ein jün­ge­res Kind die Benut­zung des Regis­ters zu bean­tra­gen 20. Es han­delt sich mit­hin um eine rein ver­fah­rens­recht­li­che Bestim­mung, die ohne Aus­wir­kung auf die mate­ri­ell­recht­li­che Posi­ti­on des Kin­des bleibt 21.

Im Ergeb­nis nicht anders ver­hält es sich mit § 63 Abs. 1 Satz 1 PStG, der für den Fall einer Adop­ti­on bestimmt, dass der Regis­ter­aus­druck nur den Anneh­men­den, deren Eltern, dem gesetz­li­chen Ver­tre­ter des Kin­des und dem über 16 Jah­re alten Kind selbst erteilt wer­den darf. Die Vor­schrift bezweckt nicht eine Beschrän­kung des Ein­sichts- und Aus­kunfts­rechts des ange­nom­me­nen Kin­des, son­dern die Umset­zung des Aus­for­schungs- und Offen­ba­rungs­ver­bots in § 1758 Abs. 1 BGB. Die­ses soll unter ande­rem ver­hin­dern, dass die leib­li­chen Eltern und sons­ti­ge frü­he­re Ver­wand­te nach Annah­me des Kin­des ver­su­chen, zu die­sem Kon­takt auf­zu­neh­men, und dadurch sei­ne Inte­gra­ti­on in die neue Fami­lie stö­ren 22. Zudem hat­te der Gesetz­ge­ber bei Erlass die­ser Bestim­mung im Blick, dass es im Grund­satz Sache der Eltern ist und sich aus der Erzie­hungs­si­tua­ti­on erge­ben wird, wann Eltern ihrem Kind sagen, dass es ange­nom­men ist. Mit Blick auf § 1303 Abs. 2 BGB soll das Kind erst mit 16 Jah­ren berech­tigt sein, Aus­kunft über sei­ne Her­kunft zu ver­lan­gen 23. Die gesetz­li­chen Ver­tre­ter des Kin­des kön­nen hin­ge­gen schon vor­her ohne Ein­schrän­kung an die ent­spre­chen­den Infor­ma­tio­nen kom­men, auch weil die Iden­ti­täts­bil­dung und damit das Per­sön­lich­keits­recht des Kin­des des­sen frü­he­re Kennt­nis von sei­ner Abstam­mung erfor­dern kön­nen.

Soweit ande­re Geset­zes­be­stim­mun­gen eine Alters­gren­ze von 16 Jah­ren für Ein­sichts­rech­te fest­le­gen, erlaubt dies eben­falls nicht den Schluss auf die vom Beru­fungs­ge­richt ange­nom­me­ne Ein­schrän­kung des Aus­kunfts­an­spruchs eines durch eine Samen­spen­de gezeug­ten Kin­des gegen­über dem Behand­ler, der die künst­li­che hete­ro­lo­ge Inse­mi­na­ti­on durch­ge­führt hat.

Durch § 9 b Abs. 2 Satz 1 des Adop­ti­ons­ver­mitt­lungs­ge­set­zes (AdVer­miG) ist für das Ein­sichts­recht in die Ver­mitt­lungs­ak­ten gere­gelt, dass bei Vor­lie­gen bestimm­ter Vor­aus­set­zun­gen dem gesetz­li­chen Ver­tre­ter des Kin­des und, wenn es das 16. Lebens­jahr voll­endet hat, auch die­sem selbst Ein­sicht zu gewäh­ren ist. Aus der Vor­schrift folgt ein eigen­stän­di­ges sub­jek­ti­v­öf­fent­li­ches Recht des Adop­tier­ten. Für unter 16 Jah­re alte Adop­tier­te ist der Antrag jedoch wegen der in Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG geschütz­ten Er- zie­hungs­ver­ant­wor­tung die sich dar­auf erstreckt, das Kind zu einem pas­sen­den Zeit­punkt und in geeig­ne­ter Wei­se mit den Beson­der­hei­ten sei­ner Abstam­mung ver­traut zu machen durch den gesetz­li­chen Ver­tre­ter zu stel­len. Die Alters­gren­ze ent­spricht dabei der des § 63 Abs. 1 Satz 1 PStG 24. Mit­hin han­delt es sich bei ihr um kei­ne zeit­li­che Beschrän­kung des mate­ri­ell­recht­li­chen Anspruchs des Kin­des, son­dern ledig­lich um eine Rege­lung dazu, wie die­ser gel­tend zu machen ist.

Anders liegt es zwar bei dem durch das Gesetz zum Aus­bau der Hil­fen für Schwan­ge­re und zur Rege­lung der ver­trau­li­chen Geburt vom 28.08.2013 25 mit Wir­kung zum 1.05.2014 ein­ge­führ­ten § 31 Abs. 1 des Schwan­ger­schafts­kon­flikt­ge­set­zes (SchKG), nach dem das ver­trau­lich gebo­re­ne Kind (erst) mit Voll­endung des 16. Lebens­jah­res das Recht hat, den Her­kunfts­nach­weis ein­zu­se­hen oder Kopi­en zu ver­lan­gen. Denn die­se Alters­gren­ze, die wie­der­um an das frü­hest­mög­li­che Ehe­mün­dig­keits­al­ter nach § 1303 Abs. 2 BGB anknüpft 26, bedeu­tet eine mate­ri­ell­recht­li­che Beschrän­kung des Aus­kunfts­rechts des Kin­des 27.

Für den gegen den Behand­ler gerich­te­ten Aus­kunfts­an­spruch lässt sich hier­aus jedoch nichts ablei­ten. Denn mit § 31 SchKG soll die Kin­des­mut­ter vor Gefähr­dungs­la­gen für Leben, Gesund­heit, per­sön­li­che Frei­heit oder ande­re schutz­wür­di­ge Belan­ge geschützt wer­den, die sich erge­ben kön­nen, wenn ihr sozia­les Umfeld von der Mut­ter­schaft erfährt 28. Auf die Situa­ti­on des bei einem in einer Kli­nik für Repro­duk­ti­ons­me­di­zin mit­tels Spen­der­sa­men gezeug­ten Kin­des, die sich hier­von grund­le­gend unter­schei­det, ist die­se spe­zi­fi­sche Ziel­rich­tung und damit auch die ent­spre­chen­de Alters­gren­ze aber nicht über­trag­bar.

Gel­tend­ma­chung im Inter­es­se des Kin­des[↑]

Soweit das Kind nicht selbst tätig wird, muss der Aus­kunfts­an­spruch aber durch die Eltern als die gesetz­li­chen Ver­tre­ter im Inter­es­se des Kin­des gel­tend gemacht wer­den. Dies setzt vor­aus, dass die Aus­kunft zum Zweck der Infor­ma­ti­on des Kin­des und damit ver­langt wird, um sie an das Kind wei­ter­zu­ge­ben. Denn nur mit einer sol­chen Zweck­be­stim­mung wird die Aus­kunft benö­tigt, um das höchst­per­sön­li­che Recht des Kin­des auf sei­ne Abstam­mung 29 und damit sein ver­fas­sungs­recht­lich geschütz­tes all­ge­mei­nes Per­sön­lich­keits­recht zu ver­wirk­li­chen.

Ein der­ar­ti­ges Infor­ma­ti­ons­be­dürf­nis besteht nicht nur dann, wenn dem Kind der Umstand der Zeu­gung mit­tels Samen­spen­de bereits von den Eltern offen­bart wor­den oder ander­wei­tig bekannt gewor­den ist, es nach der Iden­ti­tät des Samen­spen­ders gefragt hat und die Eltern ihm die­se Fra­ge beant­wor­ten wol­len. Aus­rei­chend ist viel­mehr auch, dass die Eltern dem Kind die Zeu­gungs­art und die Iden­ti­tät des Samen­spen­ders offen­le­gen wol­len. Ein bestimm­ter zeit­li­cher Zusam­men­hang zwi­schen der Erlan­gung der Infor­ma­ti­on durch die Eltern und der Wei­ter­ga­be an das Kind ist nicht erfor­der­lich. Denn es unter­fällt allein der in Eltern­ver­ant­wor­tung zu tref­fen­den Ent­schei­dung der Eltern, die im Rah­men ihres Eltern­rechts aus Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG das Per­sön­lich­keits­recht des Kin­des treu­hän­de­risch aus­üben 30, wann und unter wel­chen Umstän­den sie das Kind von sei­ner Her­kunft in Kennt­nis set­zen. Der Tatrich­ter muss sich daher nur davon über­zeu­gen, dass die Eltern die Infor­ma­ti­on mit dem Zweck, sie dem Kind zu einem spä­te­ren Zeit­punkt mit­zu­tei­len, und damit für das Kind begeh­ren.

Dar­über hin­aus erfor­dert die Annah­me, dass mit der Aus­kunft über die Iden­ti­tät des Samen­spen­ders das Recht des Kin­des auf Kennt­nis von sei­ner Abstam­mung ver­wirk­licht wird, eine Beur­tei­lung, wie wahr­schein­lich es ist, dass die Behand­lung durch künst­li­che hete­ro­lo­ge Inse­mi­na­ti­on zur Zeu­gung geführt hat. Ist die Zeu­gung mit­tels Spen­der­sa­men unstrei­tig, ergibt sich inso­weit nichts, was gegen die Aus­kunfts­er­tei­lung spricht. Ist hin­ge­gen strei­tig, dass der Samen­spen­der der bio­lo­gi­sche Vater des Kin­des ist, wird das Gericht sich inso­weit eine Über­zeu­gung davon bil­den müs­sen, ob es von der Zeu­gung mit­tels der Samen­spen­de aus­ge­hen kann. Andern­falls dient die Infor­ma­ti­on über die Iden­ti­tät gera­de nicht der Kennt­nis des Kin­des von sei­ner Her­kunft.

Nichts ande­res gilt inso­weit für den hier nicht gege­be­nen Son­der­fall, dass bei der Behand­lung der Mut­ter das Sper­ma ver­schie­de­ner Spen­der Ver­wen­dung gefun­den hat 31. Wenn die­se Behand­lung zur Zeu­gung des Kin­des geführt hat, ist das Kind zur Klä­rung sei­ner Abstam­mung auf die Aus­kunft über die Iden­ti­tät der Samen­spen­der ange­wie­sen. Dass es dabei not­wen­di­ger­wei­se auch Aus­kunft über einen oder meh­re­re Spen­der erhält, die nicht sein bio­lo­gi­scher Vater sind, ist ledig­lich ein im Rah­men der Zumut­bar­keit zu berück­sich­ti­gen­der Umstand.

Bei Beja­hung eines kon­kre­ten Infor­ma­ti­ons­be­dürf­nis­ses des Kin­des im dar­ge­stell­ten Sin­ne ist die­ses zur Infor­ma­ti­on über die Iden­ti­tät des Samen­spen­ders als sei­nes leib­li­chen Vaters auf die Aus­kunft der Kli­nik ange­wie­sen.

Dass es in ent­schuld­ba­rer Wei­se über die­sen Umstand im Unge­wis­sen und die Kli­nik als die Ver­pflich­te­te grund­sätz­lich in der Lage ist, unschwer die zur Besei­ti­gung die­ser Unge­wiss­heit erfor­der­li­chen Aus­künf­te zu ertei­len, ist hier nicht zwei­fel­haft. Im vor­lie­gen­den Fall ist auch unstrei­tig, dass die inzwi­schen 17 und zwölf Jah­re alten Klä­ge­rin­nen durch die Samen­spen­den mit­tels künst­li­cher hete­ro­lo­ger Inse­mi­na­ti­on gezeugt wur­den. Im Beru­fungs­ver­fah­ren haben die Klä­ge­rin­nen zudem unter Beweis­an­tritt vor­tra­gen las­sen, sie sei­en von ihren Eltern dar­über auf­ge­klärt wor­den, "dass sie Spen­der­kin­der" sei­en, und hät­ten dann nach der Iden­ti­tät der Spen­der gefragt. Nach­dem das Beru­fungs­ge­richt hier­zu kei­ne Fest­stel­lun­gen getrof­fen hat, ist für das Revi­si­ons­ver­fah­ren von der Rich­tig­keit die­ses Vor­brin­gens und daher davon aus­zu­ge­hen, dass die Klä­ge­rin­nen auf die Aus­kunft im dar­ge­stell­ten Sinn ange­wie­sen sind.

Zumut­bar­keit der Aus­kunfts­er­tei­lung durch den Arzt[↑]

Der Aus­kunfts­an­spruch aus § 242 BGB setzt wei­ter die Zumut­bar­keit der Aus­kunfts­er­tei­lung vor­aus. Ob es dem behan­deln­den Arzt zumut­bar ist, einem mit­tels künst­li­cher hete­ro­lo­ger Inse­mi­na­ti­on gezeug­ten Kind Aus­kunft über die Iden­ti­tät des Samen­spen­ders zu ertei­len, ist durch eine auf den kon­kre­ten Ein­zel­fall bezo­ge­ne, umfas­sen­de Abwä­gung der durch die Aus­kunfts­er­tei­lung berühr­ten recht­li­chen, ins­be­son­de­re grund­recht­li­chen, Belan­ge zu klä­ren. Im Rah­men die­ser Grund­rechts­ab­wä­gung hat jeder Betei­lig­te die zu sei­nen Guns­ten spre­chen­den Umstän­de dar­zu­le­gen und erfor­der­li­chen­falls zu bewei­sen 32.

Dabei ist einer­seits zu berück­sich­ti­gen, dass der Aus­kunfts­an­spruch des Kin­des Aus­fluss sei­nes ver­fas­sungs­recht­lich geschütz­ten all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­rechts (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG) ist und dazu dient, eine Infor­ma­ti­on zu erlan­gen, die für die Ent­fal­tung der Per­sön­lich­keit von ele­men­ta­rer Bedeu­tung sein kann. Denn das Recht auf freie Ent­fal­tung der Per­sön­lich­keit und die Ver­pflich­tung zur Ach­tung und zum Schutz der Men­schen­wür­de sichern gemäß Art. 2 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit Art. 1 Abs. 1 GG jedem Ein­zel­nen einen auto­no­men Bereich pri­va­ter Lebens­ge­stal­tung, in dem er sei­ne Indi­vi­dua­li­tät ent­wi­ckeln und wah­ren kann. Zu den Ele­men­ten, die für die Ent­fal­tung der Per­sön­lich­keit von ent­schei­den­der Bedeu­tung sein kön­nen, gehört die Kennt­nis der eige­nen Abstam­mung. Der Bezug zu den Vor­fah­ren kann im Bewusst­sein des Ein­zel­nen eine Schlüs­sel­stel­lung für sein Selbst­ver­ständ­nis und sei­ne Stel­lung in der Gemein­schaft ein­neh­men. Die Kennt­nis der Her­kunft kann wich­ti­ge Anknüp­fungs­punk­te für das Ver­ständ­nis des fami­liä­ren Zusam­men­hangs und für die Ent­wick­lung der eige­nen Per­sön­lich­keit geben. Die Unmög­lich­keit, die eige­ne Abstam­mung zu klä­ren, kann den Ein­zel­nen erheb­lich belas­ten und ver­un­si­chern 1.

Die­ser Rechts­po­si­ti­on wird regel­mä­ßig ein erheb­li­ches Gewicht im Rah­men der Abwä­gung zukom­men 33, das weder vom Alter noch vom Ent­wick­lungs­stand des Kin­des und auch nicht davon abhängt, inwie­weit das Kind selbst im Zusam­men­hang mit dem Aus­kunfts­be­geh­ren aktiv wird 34. Ist das Kind wegen eines kon­kre­ten Infor­ma­ti­ons­be­dürf­nis­ses im dar­ge­stell­ten Sinn auf die Aus­kunft ange­wie­sen, ver­bie­tet sich eine sol­che Dif­fe­ren­zie­rung bei der Abwä­gung. Für die Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung des Kin­des erscheint es glei­cher­ma­ßen bedeut­sam, ob etwa die Eltern den Min­der­jäh­ri­gen, der zur Erfas­sung die­ser Infor­ma­ti­on in der Lage ist, in jeweils alters­ge­rech­ter Wei­se mit sei­ner Her­kunft ver­traut machen oder ob sich bei­spiels­wei­se das Kind erst als Voll­jäh­ri­ger selbst auf die Suche nach sei­nen Wur­zeln begibt. Nach­dem es inso­weit der Erzie­hungs­ver­ant­wor­tung der Eltern über­las­sen bleibt, wann und wie sie das Kind über sei­ne Abstam­mung in Kennt­nis set­zen, ist eine Wer­tung aus­ge­schlos­sen, die der grund­recht­lich geschütz­ten Posi­ti­on des Kin­des mit zuneh­men­dem Alter und fort­schrei­ten­der Rei­fe ein erhöh­tes Gewicht ver­lei­hen wür­de.

Dem ste­hen ande­rer­seits die (grund)rechtlich geschütz­ten Inter­es­sen des Aus­kunfts­ver­pflich­te­ten gegen­über.

In Betracht kommt hier­bei die Berufs­aus­übungs­frei­heit (Art. 12 Abs. 1 Satz 2 GG) des Repro­duk­ti­ons­me­di­zi­ners. Der Schutz des Art. 12 Abs. 1 GG rich­tet sich gegen sol­che Nor­men oder Akte, die sich ent­we­der unmit­tel­bar auf die Berufs­tä­tig­keit bezie­hen oder zumin­dest eine objek­tiv berufs­re­geln­de Ten­denz haben 35. Ob die Ver­pflich­tung zur Ertei­lung von Aus­künf­ten im Zusam­men­hang mit vor­ge­nom­me­nen ärzt­li­chen Behand­lungs­maß­nah­men inso­weit einen Ein­griff dar­stellt, kann jedoch dahin­ste­hen. Denn bei der vor­zu­neh­men­den Abwä­gung erlangt die­se Rechts­po­si­ti­on kei­ne maß­geb­li­che Bedeu­tung.

Es ist schon nicht ersicht­lich, inwie­weit durch die Aus­kunfts­pflicht die Berufs­aus­übung spür­bar ein­ge­schränkt wird. Hin­zu kommt, dass die für die Repro­duk­ti­ons­me­di­zin ein­schlä­gi­gen Richt­li­ni­en der Bun­des­ärz­te­kam­mer bereits seit dem Jahr 1985 durch­ge­hend jeweils im Anhang unter I. 4. auf den Aus­kunfts­an­spruch des Kin­des und dar­auf auf­merk­sam mach­ten, dass der Arzt dem Samen­spen­der kei­ne Anony­mi­tät zusi­chern kön­ne, son­dern ihn dar­auf hin­wei­sen müs­se, dass er dem Kind gegen­über zur Nen­nung des Spen­der­na­mens ver­pflich­tet sei und sich inso­weit auch nicht auf die ärzt­li­che Schwei­ge­pflicht beru­fen kön­ne 36. In der 2006 beschlos­se­nen "(Mus­ter)Richt­li­nie zur Durch­füh­rung der assis­tier­ten Repro­duk­ti­on" 37 ist zwar im Kom­men­tar­teil zur Ver­wen­dung hete­ro­lo­ger Samen nur noch aus­ge­führt, die Rechts­la­ge zu Aus­kunfts­an­sprü­chen sei unsi­cher. Unter Punkt "5.3.3.2. Doku­men­ta­ti­on" ist jedoch unter ande­rem die Pflicht des behan­deln­den Arz­tes ent­hal­ten, zu doku­men­tie­ren, "dass sich der Samen­spen­der … für den Fall eines … Aus­kunfts­ver­lan­gens des Kin­des … mit der Bekannt­ga­be sei­ner Per­so­na­li­en ein­ver­stan­den erklärt hat".

Mit Blick hier­auf gehört es seit fast 30 Jah­ren zu einer an den berufs­stän­di­schen Richt­li­ni­en ori­en­tier­ten Berufs­aus­übung im Bereich der Repro­duk­ti­ons­me­di­zin, dass die Behand­lung im Wis­sen um den Aus­kunfts­an­spruch des Kin­des vor­ge­nom­men wird 38. Soweit dem­ge­gen­über behaup­tet wird, ein ent­spre­chen­der Aus­kunfts­an­spruch sei erst durch das Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Hamm vom 06.02.2013 39 begrün­det wor­den und das Bestehen eines sol­chen daher vor­her nicht erkenn­bar gewe­sen 40, lässt dies die zitier­ten Richt­li­ni­en außer Betracht.

Ein gegen­über dem Per­sön­lich­keits­recht des Kin­des ins Gewicht fal­len­des, aus Art. 12 Abs. 1 Satz 2 GG fol­gen­des Geheim­hal­tungs­in­ter­es­se des behan­deln­den Arz­tes besteht mit­hin nicht.

Eine die Abwä­gung zu Unguns­ten eines Aus­kunfts­an­spruchs des Kin­des beein­flus­sen­de Rechts­po­si­ti­on des behan­deln­den Arz­tes folgt auf­grund der vor­ge­nann­ten Umstän­de auch nicht dar­aus, dass ihm gege­be­nen­falls erheb­li­che Scha­dens­er­satz­for­de­run­gen dro­hen 41, wenn er trotz der bestehen­den ärzt­li­chen Richt­li­ni­en dem Samen­spen­der ver­trag­lich Anony­mi­tät zuge­si­chert haben soll­te. Aus einem sol­chen Ver­hal­ten, das sich über die maß­geb­li­chen und ohne wei­te­res zugäng­li­chen ärzt­li­chen Richt­li­ni­en hin­weg­setzt, kann kein recht­lich geschütz­ter Belang erwach­sen, der sich gegen die aus dem all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­recht des Kin­des fol­gen­de Rechts­po­si­ti­on durch­zu­set­zen ver­mag.

Zuguns­ten des behan­deln­den Arz­tes ist grund­sätz­lich sei­ne ärzt­li­che Schwei­ge­pflicht zu berück­sich­ti­gen, deren Ver­let­zung zu straf­recht­li­chen Kon­se­quen­zen für ihn füh­ren kann (§ 203 Abs. 1 Nr. 1 StGB). Bei der Fra­ge, ob die­se im Ein­zel­fall mit Erfolg dem Aus­kunfts­an­spruch des Kin­des ent­ge­gen gehal­ten wer­den kann, sind die grund­recht­lich geschütz­ten Posi­tio­nen der­je­ni­gen Drit­ten in die Abwä­gung ein­zu­be­zie­hen, deren Schutz die ärzt­li­che Schwei­ge­pflicht die­nen soll. Dies kön­nen der Samen­spen­der und die den Behand­lungs­ver­trag schlie­ßen­den Eltern des Kin­des sein, deren recht­lich bedeut­sa­me Belan­ge durch eine Aus­kunfts­er­tei­lung unter Umstän­den erheb­lich betrof­fen sind. Beson­ders gewich­ti­ge Rechts­po­si­tio­nen die­ser dritt­be­trof­fe­nen Per­so­nen kön­nen gege­be­nen­falls dazu füh­ren, dass die ihrem Schutz die­nen­de ärzt­li­che Schwei­ge­pflicht das Aus­kunfts­in­ter­es­se des Kin­des über­wiegt. Da die­se Per­so­nen regel­mä­ßig nicht am Aus­kunfts­pro­zess betei­ligt sind, ist es Sache des auf Aus­kunft in Anspruch genom­me­nen Arz­tes, die­se Belan­ge bei ihnen zu erfra­gen und gege­be­nen­falls im Ver­fah­ren gel­tend zu machen.

Die blo­ße Beru­fung des behan­deln­den Arz­tes auf sei­ne gegen­über Drit­ten bestehen­de Schwei­ge­pflicht kann aller­dings den im all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­recht wur­zeln­den Anspruch des Kin­des auf Aus­kunft über sei­ne Her­kunft von vorn­her­ein nicht hin­dern. Denn aus dem zivil­recht­li­chen Anspruch des Kin­des folgt grund­sätz­lich eine Offen­ba­rungs­be­fug­nis und auch pflicht des Behand­lers 42, so dass der Arzt nicht unbe­fugt i.S.d. § 203 Abs. 1 StGB und daher jeden­falls gerecht­fer­tigt han­delt 43 und die straf­recht­li­che Rele­vanz der Aus­kunfts­er­tei­lung an das Kind als bezo­gen auf die Behand­lungs­ver­trä­ge Drit­ten ent­fällt.

Berück­sich­ti­gungs­fä­hig sind in die­sem Zusam­men­hang die recht­lich geschütz­ten Inter­es­sen des Samen­spen­ders.

In Betracht kommt hier­bei sein eben­falls dem Schutz des all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­rechts (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG) unter­fal­len­des Recht auf infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung als die Befug­nis des Ein­zel­nen, grund­sätz­lich selbst zu ent­schei­den, wann und inner­halb wel­cher Gren­zen per­sön­li­che Lebens­sach­ver­hal­te offen­bart wer­den 44.

Soweit der Samen­spen­der den ärzt­li­chen Richt­li­ni­en ent­spre­chend durch den behan­deln­den Arzt dar­über auf­ge­klärt wor­den ist, dass das Kind Aus­kunft ver­lan­gen kann, und ihm daher kei­ne Anony­mi­tät zuge­si­chert wor­den ist, hat er sich des Schut­zes die­ses Rechts aller­dings durch sein unter die­sen Vor­aus­set­zun­gen erteil­tes Ein­ver­ständ­nis mit der Samen­spen­de bege­ben.

Anders ver­hält es sich, wenn der behan­deln­de Arzt dem Samen­spen­der Anony­mi­tät zuge­si­chert hat, wobei in die­sem Zusam­men­hang kei­ner Erör­te­rung bedarf, ob die Anony­mi­täts­zu­si­che­rung als sol­che wirk­sam sein kann 45. Die­se Zusi­che­rung erfolg­te dann zwar unter Ver­stoß jeden­falls gegen die ärzt­li­chen Richt­li­ni­en. Es ist aber nicht davon aus­zu­ge­hen, dass dies auch dem Samen­spen­der bewusst war, der sich gege­be­nen­falls nur unter der Vor­aus­set­zung einer sol­chen Zusi­che­rung zur Samen­spen­de bereit erklärt hat 46. Sei­nem Recht auf infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung steht inso­weit aller­dings das Recht des Kin­des auf Kennt­nis der eige­nen Abstam­mung gegen­über, dem regel­mä­ßig ein höhe­res Gewicht zukom­men wird 47. Dabei darf auch nicht unbe­ach­tet blei­ben, dass der Samen­spen­der sich bewusst mit einem maß­geb­li­chen Bei­trag an der Zeu­gung mensch­li­chen Lebens betei­ligt hat und hier­für eine sozia­le und ethi­sche Ver­ant­wor­tung trägt, die bei der Abwä­gung zuguns­ten des die Aus­kunft begeh­ren­den Kin­des strei­tet 48.

Geschütz­tes recht­li­ches Inter­es­se des Samen­spen­ders[↑]

Aus dem all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­recht des Samen­spen­ders kann sich auch im Übri­gen ein geschütz­tes recht­li­ches Inter­es­se erge­ben, das gegen die Rechts­po­si­ti­on des Kin­des abzu­wä­gen ist.

Nicht maß­geb­lich sind inso­weit aller­dings die wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen des Samen­spen­ders 49. Die­se sind zwar mög­li­cher­wei­se betrof­fen, wenn das Kind die Vater­schaft anficht und auf Vater­schafts­fest­stel­lung gegen ihn klagt, weil dar­aus unter­halts- und erbrecht­li­che Ansprü­che des Kin­des resul­tie­ren kön­nen. Aber weder das all­ge­mei­ne Per­sön­lich­keits­recht noch die durch Art. 2 Abs. 1 GG geschütz­te all­ge­mei­ne Hand­lungs­frei­heit ver­mit­teln einen Schutz vor den wirt­schaft­li­chen Fol­gen der Ver­wandt­schaft, die auf ver­fas­sungs­ge­mä­ßen Nor­men beru­hen und nicht zu ver­fas­sungs­wid­ri­gen Ergeb­nis­sen füh­ren 50.

"Misch­sper­ma"[↑]

Nicht anders ver­hält es sich im Grund­satz dann, wenn "Misch­sper­ma" ver­schie­de­ner Samen­spen­der bei der Behand­lung ver­wen­det wor­den ist. Die Aus­kunft über alle in Fra­ge kom­men­den Spen­der führt dann zwar zwangs­läu­fig dazu, dass auch die Iden­ti­tät eines oder meh­re­rer Spen­der preis­ge­ge­ben wird, die nicht der bio­lo­gi­sche Vater des Kin­des gewor­den sind.

Nach Zif­fer 5.3.1. der (Muster)Richtlinien zur Durch­füh­rung der assis­tier­ten Repro­duk­ti­on 51 ist ein der­ar­ti­ges Vor­ge­hen jedoch unter­sagt wie im Übri­gen in Anhang I. 4. aller seit 1985 erlas­se­nen Vor­gän­ger­richt­li­ni­en, wo dies sogar aus­drück­lich damit begrün­det war, dass sonst die spä­te­re Iden­ti­fi­ka­ti­on des bio­lo­gi­schen Vaters erschwert wür­de. Mit Blick dar­auf wird ein Ver­stoß des Arz­tes gegen die Richt­li­nie regel­mä­ßig nicht dazu füh­ren kön­nen, dass das Recht des Kin­des auf Kennt­nis sei­ner Abstam­mung ver­ei­telt wird. Aller­dings kön­nen bei der Abwä­gung die recht­li­chen Belan­ge jedes Samen­spen­ders Berück­sich­ti­gung fin­den 52.

Rechts­po­si­ti­on der Kin­des­el­tern[↑]

Im Zusam­men­hang mit der Schwei­ge­pflicht des Arz­tes kön­nen bei der Abwä­gung auch die ins­be­son­de­re aus Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG und aus Art. 6 Abs. 1 und 2 GG fol­gen­den Rechts­po­si­tio­nen der Kin­des­el­tern in Betracht zu zie­hen sein. Denk­bar ist das dann, wenn sie mit dem Aus­kunfts­be­geh­ren des Kin­des nicht ein­ver­stan­den sind, was vom Aus­nah­me­fall abge­se­hen, dass sie inso­weit nicht mehr gesetz­li­che Ver­tre­ter des min­der­jäh­ri­gen Kin­des sind nur bei Voll­jäh­rig­keit des Kin­des der Fall sein kann.

Tat­säch­lich wird sich inso­weit aber kaum ein schüt­zens­wer­ter recht­li­cher Belang erge­ben, der dem Recht des Kin­des auf Kennt­nis von sei­ner Her­kunft ent­ge­gen­steht. Denn die ent­spre­chen­de Kla­ge gegen den behan­deln­den Arzt kann das Kind nur dann erhe­ben, wenn es nicht nur Kennt­nis vom Aus­ein­an­der­fal­len von recht­li­cher und bio­lo­gi­scher Vater­schaft, son­dern auch von sei­ner Zeu­gung mit­tels Samen­spen­de hat. In die­ser Situa­ti­on sind ihm aber nicht nur die mit Blick auf sei­ne Eltern wesent­li­chen Umstän­de im Zusam­men­hang mit sei­ner Zeu­gung bekannt. Es kann viel­mehr auch ohne das Wis­sen um die Iden­ti­tät des Samen­spen­ders die Vater­schaft anfech­ten und sich inso­weit selbst bei einer kon­sen­tier­ten künst­li­chen hete­ro­lo­gen Inse­mi­na­ti­on 53 aus sei­ner recht­li­chen Ver­wandt­schaft lösen. Ein schüt­zens­wer­tes Inter­es­se der Kin­des­el­tern, dass dem Kind dann "wenigs­tens" der Zugang zur Infor­ma­ti­on über die Iden­ti­tät des Samen­spen­ders ver­wehrt sein soll, ist daher kaum vor­stell­bar.

Aus­kunfts­ver­zicht des Kin­des­el­tern[↑]

Ein von den Eltern des Kin­des im eige­nen Namen abge­ge­be­ne Ver­zicht wirkt nicht für das Kind noch hat er eine ander­wei­tig des­sen Infor­ma­ti­ons­recht ein­schrän­ken­de Fol­ge. Der Aus­kunfts­an­spruch des Kin­des besteht unab­hän­gig vom Aus­kunfts­an­spruch sei­ner Eltern (und damit unab­hän­gig von der Wirk­sam­keit des von die­sen erklär­ten Ver­zichts). Auch wenn das Infor­ma­ti­ons­be­dürf­nis des Kin­des auf die in Eltern­ver­ant­wor­tung getrof­fe­ne Ent­schei­dung zurück­geht, das Kind über sei­ne Her­kunft auf­zu­klä­ren, han­delt es sich bei dem Aus­kunfts­ver­lan­gen, das die Eltern als gesetz­li­che Ver­tre­ter des Kin­des ver­fol­gen, dann nicht um eine Umge­hung der durch die Eltern abge­ge­be­nen Ver­zichts­er­klä­rung.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 28. Janu­ar 2015 – XII ZR 201/​13

  1. BVerfG Fam­RZ 2007, 441, 442 mwN; Fam­RZ 1997, 869, 870; Fam­RZ 1994, 881, 882; Fam­RZ 1989, 255, 257 f.; BGH, Beschluss vom 29.10.2014 XII ZB 20/​14 Fam­RZ 2015, 39 Rn. 30[][]
  2. BVerfG Fam­RZ 2007, 441, 443; Fam­RZ 1997, 869, 870; Fam­RZ 1994, 881, 882; Fam­RZ 1989, 255, 258[]
  3. vgl. auch May­er Aus­kunfts­an­sprü­che betref­fend die Iden­ti­tät des bio­lo­gi­schen Va- ters S. 29; Muscheler FPR 2008, 496, 497; zur a.A. vgl. die Nach­wei­se bei Münch­Komm-BGB/Wel­len­ho­fer 6. Aufl. Vor § 1591 Rn. 33[]
  4. BGH, Beschlüs­se vom 02.07.2014 XII ZB 201/​13 Fam­RZ 2014, 1440 Rn. 13 ff. mwN und BGHZ 196, 207 = Fam­RZ 2013, 939 Rn. 30; BGH, Urteil BGHZ 191, 259 = Fam­RZ 2012, 200 Rn.20 ff.[]
  5. BGHZ 126, 109 = NJW 1995, 386, 387[]
  6. BGH, Beschluss vom 02.07.2014 XII ZB 201/​13 Fam­RZ 2014, 1440 Rn. 13 mwN[]
  7. vgl. etwa BGHZ 97, 188 = Fam­RZ 1986, 569, 570; BGHZ 61, 180 = NJW 1973, 1876, 1877[]
  8. BGH Urteil vom 19.02.1982 – V ZR 234/​81 NJW 1982, 1807, 1808[]
  9. LG Köln NJW-RR 1986, 832; Münch­Komm-BGB/Krü­ger 6. Aufl. § 260 Rn. 14; Staudinger/​Bittner BGB [2014] § 260 Rn.19 a[]
  10. BGH Urteil vom 09.10.2014 – III ZR 68/​14 NJW 2014, 3580 Rn. 24 mwN[]
  11. OLG Hamm Fam­RZ 2013, 637, 638; Fink/​Grün NJW 2013, 1913, 1914; vgl. auch Staudinger/​Rauscher BGB [2011] Anh. zu § 1592 Rn. 16[]
  12. vgl. Leeb/​Weber ZKJ 2013, 277, 279; Schrö­der ZD 2013, 188 f.; Spick­hoff MedR 2013, 677; a.A. wohl OLG Hamm Fam­RZ 2013, 637, 638 f.; juris­PK-BGB/­Ni­ckel [Stand: 1.10.2014] § 1591 Rn. 21[]
  13. vgl. Staudinger/​Bittner BGB [2014] § 260 Rn.19 a mwN[]
  14. BGHZ 85, 339 = NJW 1983, 330, 331; BGHZ 85, 327 = NJW 1983, 328, 329; vgl. auch BVerfG NJW 1999, 1777[]
  15. LG Han­no­ver, Urteil vom 06.11.2013 – 6 S 50/​13[]
  16. May­er Aus­kunfts­an­sprü­che betref­fend die Iden­ti­tät des bio­lo­gi­schen Vaters S. 31[]
  17. vgl. Helms Fam­RZ 2014, 609[]
  18. vgl. OLG Karls­ru­he Fam­RZ 2014, 674, 675; BT-Drs. 7/​3061 S. 46 und 68, jeweils zu § 1758 BGB[]
  19. a.A. Rütz Hete­ro­lo­ge Inse­mi­na­ti­on Die recht­li­che Stel­lung des Samen­spen­ders S. 57[]
  20. BT-Drs. 16/​1831 S. 52[]
  21. vgl. Gaaz/​Bornhofen Per­so­nen­stands­ge­setz 3. Aufl. § 62 Rn. 16[]
  22. Gaaz/​Bornhofen Per­so­nen­stands­ge­setz 3. Aufl. § 62 Rn. 5[]
  23. BT-Drs. 7/​3061 S. 68; vgl. zu § 61 Abs. 2 Satz 1 PStG aF auch Hepting/​Gaaz Per­so­nen­stands­recht Rn. 68[]
  24. Rein­hardt in Reinhardt/​Kemper/​Weitzel Adop­ti­ons­recht § 9 b AdVer­miG Rn. 12; BT-Drs. 14/​6011[]
  25. BGBl. I S. 3458[]
  26. BR-Drs. 682/​04 S. 24[]
  27. kri­tisch hier­zu Berkl StAZ 2014, 65, 68 Fn. 36; Helms Fam­RZ 2014, 609, 613; vgl. auch die Stel­lung­nah­me des Deut­schen Ethik­ra­tes zum Pro­blem der anony­men Kin­des­ab­ga­be, BT-Drs. 17/​190 S. 28, die in Ori­en­tie­rung an die Adop­ti­ons­pfle­ge eine ein­jäh­ri­ge Geheim­hal­tung vor­schlägt[]
  28. vgl. BT-Drs. 17/​12814 S. 21[]
  29. vgl. etwa BVerfG Fam­RZ 1994, 881, 882; Beck­OK BGB/​Hahn [Stand: 1.11.2014] § 1591 Rn. 18 mwN; Staudinger/​Rauscher BGB [2011] Einl zu §§ 1589 ff. Rn. 124[]
  30. vgl. BVerfG Fam­RZ 2005, 2049, 2051[]
  31. vgl. etwa die Fall­ge­stal­tung bei OLG Hamm Fam­RZ 2013, 637: und LG Essen Urteil vom 07.02.2012 – 2 O 260/​11[]
  32. vgl. BGH, Beschluss vom 02.07.2014 XII ZB 201/​13 Fam­RZ 2014, 1440 Rn. 15 ff.[]
  33. vgl. OLG Karls­ru­he Fam­RZ 2014, 674, 676, wonach in der Regel zuguns­ten des Kin­des zu ent­schei­den sei[]
  34. vgl. Münch­Komm-BGB/Wel­len­ho­fer 6. Aufl. Vor § 1591 Rn. 28; a.A. Staudinger/​Rauscher BGB [2011] Einl zu §§ 1589 ff. Rn. 124[]
  35. BVerfG GRUR-RR 2011, 217, 218 mwN; NJW 1998, 1627, 1628[]
  36. vgl. Deut­sches Ärz­te­blatt Aus­ga­be B 1985, 1691, 1696; 1988, B2551, B2553; 1996, A415, A418; 1998, A3166, A3171[]
  37. Deut­sches Ärz­te­blatt 2006, A1392 ff.[]
  38. vgl. auch Deutsch/​Spickhoff Medi­zin­recht Rn. 766[]
  39. OLG Hamm, Fam­RZ 2013, 637[]
  40. so Fink/​Grün NJW 2013, 1913, 1915[]
  41. vgl. Jor­zig juris­PR-Medi­zinR 2/​2013 Anm. 1; Schnei­der Fam­FR 2013, 172, 175[]
  42. vgl. dazu Münch­Komm-BGB/Wel­len­ho­fer 6. Aufl. Vor § 1591 Rn. 33; all­ge­mein Schönke/​Schröder/​Lenckner/​Eisele StGB 29. Aufl. § 203 Rn. 29; a.A. Schrö­der ZD 2013, 188, 189: kei­ne gesetz­li­che Offen­ba­rungs­pflicht[]
  43. Beck­OK StGB/​Weidemann [Stand: 10.11.2014] § 203 Rn. 33; Schönke/​Schröder/​Lenckner/​Eisele StGB 29. Aufl. § 203 Rn. 29; vgl. auch OLG Hamm Fam­RZ 2013, 637, 640; Staudinger/​Rauscher BGB [2011] Anh. zu § 1592 Rn. 15[]
  44. BVerfG Fam­RZ 1997, 869, 870; NJW 1984, 419, 421[]
  45. dies ver­nei­nend etwa Erman/​Hammermann BGB 14. Aufl. Vor § 1598 a Rn. 7; Leeb/​Weber ZKJ 2013, 277, 279; Rütz Hete­ro­lo­ge Inse­mi­na­ti­on Die recht­li­che Stel­lung des Samen­spen­ders S. 45; Staudinger/​Rauscher BGB [2011] Anh. zu § 1592 Rn. 16; Zim­mer­mann Fam­RZ 1981, 929, 932[]
  46. vgl. Schnei­der Fam­FR 2013, 172, 175[]
  47. vgl. Münch­Komm-BGB/Wel­len­ho­fer 6. Aufl. Vor § 1591 Rn. 33; Staudinger/​Rauscher BGB [2011] Einl zu §§ 1589 ff. Rn. 114[]
  48. vgl. Gie­sen JZ 1989, 364, 369; Rütz Hete­ro­lo­ge Inse­mi­na­ti­on Die recht­li­che Stel­lung des Samen­spen­ders S. 43; Schnei­der Fam­FR 2013, 172, 175[]
  49. vgl. BVerfG Fam­RZ 1989, 255, 258 f.; Staudinger/​Rauscher BGB [2011] Einl zu §§ 1589 ff. Rn. 114; Gie­sen JZ 1989, 364, 372; Rütz Hete­ro­lo­ge Inse­mi­na­ti­on Die recht­li­che Stel­lung des Samen­spen­ders S. 43; a.A. Fink/​Grün NJW 2013, 1913, 1916[]
  50. vgl. BVerfG Fam­RZ 2005, 1051, 1052; NJW 2003, 660, 661; Rütz Hete­ro­lo­ge Inse­mi­na­ti­on Die recht­li­che Stel­lung des Samen­spen­ders S. 39[]
  51. Deut­sches Ärz­te­blatt 2006, A1392, A1397[]
  52. vgl. Fink/​Grün NJW 2013, 1913, 1915 f.[]
  53. vgl. zu rechts­po­li­ti­schen Beden­ken gegen das Anfech­tungs­recht des Kin­des etwa Palandt/​Brudermüller BGB 74. Aufl. § 1600 Rn. 13 mwN[]