Lau­fen­de Ren­ten­be­zü­ge – und der Ver­sor­gungs­aus­gleich

Der Gesetz­ge­ber hat mit der Struk­tur­re­form des Ver­sor­gungs­aus­gleichs das in den §§ 101 III SGB VI a.F., 57 Abs. 1 Satz 2 BeamtVG a.F. nor­mier­te Rent­ner- bzw. Pen­sio­nis­ten­pri­vi­leg abge­schafft. Seit dem 1.01.2009 wer­den somit lau­fen­de Ver­sor­gun­gen des aus­gleichs­pflich­ti­gen Ehe­gat­ten unmit­tel­bar gekürzt, und zwar unab­hän­gig davon, ob der Aus­gleichs­be­rech­tig­te von den über­tra­ge­nen Anrech­ten bereits pro­fi­tiert 1.

Lau­fen­de Ren­ten­be­zü­ge – und der Ver­sor­gungs­aus­gleich

Hier­bei han­delt es sich um eine grund­sätz­lich ent­schä­di­gungs­los hin­zu­neh­men­de Geset­zes­än­de­rung 2. Die­se bewuss­te gesetz­ge­be­ri­sche Ent­schei­dung darf nicht über § 27 VersAus­glG kor­ri­giert wer­den 3.

Die Här­te­klau­sel des § 27 VersAus­glG bezweckt all­ge­mein nicht, Ent­schei­dun­gen des Gesetz­ge­bers zu revi­die­ren. Beson­de­re Umstän­de, die eine unbil­li­ge Här­te im kon­kre­ten Ein­zel­fall begrün­den könn­ten 4, hat der Antrags­geg­ner nicht vor­ge­tra­gen. Als Aus­nah­men ver­blie­ben sind im Übri­gen die Rege­lun­gen der §§ 35, 36 VersAus­glG, deren Vor­aus­set­zun­gen hier aber nicht erfüllt sein dürf­ten. Zustän­dig für eine der­ar­ti­ge Anpassung/​Aus­set­zung (auf Antrag) wäre im Übri­gen gemäß § 36 VersAus­glG der Ver­sor­gungs­trä­ger des gekürz­ten Anrechts, nicht aber das Fami­li­en­ge­richt. Soweit der Antrags­geg­ner meint, ein Ver­weis auf die nach­träg­li­che Anpas­sung sei ihm nicht zuzu­mu­ten, so ist dar­auf hin­zu­wei­sen, dass eben die­se Vor­ge­hens­wei­se vom Gesetz vor­ge­se­hen ist.

Han­sea­ti­sches Ober­lan­des­ge­richt Ham­burg, Beschluss vom 24. Juni 2014 – 13 UF 100/​13

  1. vgl. Ruland, Ver­sor­gungs­aus­gleich 3. Aufl.2011 Rn. 546; Holz­warth, Fam­RZ 2013, 1849 f. (1859) []
  2. vgl. BGH, Beschluss v. 13.02.2013 Fam­RZ 2013, 690 f.[]
  3. Holz­warth aaO.[]
  4. vgl. OLG Koblenz, Beschluss v.05.03.2013, Fam­RZ 2013, 1661 f., zitiert nach juris[]