Mon­go­li­sches Namens­recht

Bei einem in Deutsch­land gebo­re­nen ehe­li­chen Kind, des­sen Mut­ter die deut­sche und des­sen Vater die mon­go­li­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit besit­zen, ste­hen der von den sor­ge­be­rech­tig­ten Eltern vor­ge­nom­me­nen Rechts­wahl gem. Art. 10 Abs. 3 Nr. 1 EGBGB, dass bei der Bestim­mung des Fami­li­en­na­mens des Kin­des mon­go­li­sches Recht zur Anwen­dung kom­men soll, kei­ne Beden­ken ent­ge­gen. Die Rechts­wahl ist nicht des­halb aus­ge­schlos­sen, weil das mon­go­li­sche Rech­te kei­ne Fami­li­en­na­men kennt. Viel­mehr nimmt das mon­go­li­sche Recht die Unter­schei­dung zwi­schen Eigen­na­men und Bei­na­men vor. Der Bei­na­me ist aber mit den dor­ti­gen Beson­der­hei­ten dem Fami­li­en­na­men ver­gleich­bar, da er von einer ande­ren Per­son abge­lei­tet wird und den fami­liä­ren Zusam­men­hang nach außen erkenn­bar macht.

Mon­go­li­sches Namens­recht

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Beschluss vom 4. März 2010 – 8 W 109/​10