Nach­ehe­li­cher Unter­halt – und die Abän­de­rung des Pro­zess­ver­gleichs

Bei einem Ver­gleich im Sin­ne der §§ 239 Abs. 1 Satz 1 FamFG, 794 Abs. 1 Nr. 1 ZPO ist ein Abän­de­rungs­an­trag gemäß § 239 Abs. 1 Satz 2 FamFG zuläs­sig, sofern der Antrag­stel­ler Tat­sa­chen vor­trägt, die eine Abän­de­rung recht­fer­ti­gen.

Nach­ehe­li­cher Unter­halt – und die Abän­de­rung des Pro­zess­ver­gleichs

Die Abän­de­rung eines Pro­zess­ver­gleichs gemäß § 239 Abs. 2 FamFG rich­tet sich nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs allein nach mate­ri­ell­recht­li­chen Kri­te­ri­en.

Dabei ist vor­ran­gig gegen­über einer Stö­rung der Geschäfts­grund­la­ge durch Aus­le­gung zu ermit­teln, ob und mit wel­chem Inhalt die Betei­lig­ten eine inso­weit bin­den­de Rege­lung getrof­fen haben 1.

Die Aus­le­gung von Ver­trä­gen ist grund­sätz­lich dem Tatrich­ter vor­be­hal­ten. Sei­ne Aus­le­gung kann vom Rechts­be­schwer­de­ge­richt nur dar­auf über­prüft wer­den, ob der Aus­le­gungs­stoff voll­stän­dig berück­sich­tigt wor­den ist, ob gesetz­li­che oder all­ge­mein aner­kann­te Aus­le­gungs­re­geln, die Denk­ge­set­ze oder all­ge­mei­ne Erfah­rungs­sät­ze ver­letzt sind oder ob die Aus­le­gung auf im Rechts­be­schwer­de­ver­fah­ren gerüg­ten Ver­fah­rens­feh­lern beruht, wobei die Aus­le­gung auch ohne ent­spre­chen­de Rüge vom Rechts­be­schwer­de­ge­richt zu über­prü­fen ist 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Okto­ber 2019 – XII ZB 341/​17

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 11.02.2015 XII ZB 66/​14 Fam­RZ 2015, 734 Rn. 11 f.; und vom 05.12 2012 XII ZB 670/​10 Fam­RZ 2013, 274 Rn. 14 mwN[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 26.06.2013 XII ZR 133/​11 Fam­RZ 2013, 1366 Rn. 23 mwN[]