Nich­ti­ges Ver­löb­nis – Geschen­ke zurück

Gemäß § 1301 BGB kann jeder Ver­lob­te von dem ande­ren die Her­aus­ga­be des­je­ni­gen, was er ihm geschenkt oder zum Zei­chen des Ver­löb­nis­ses gege­ben hat, nach den Vor­schrif­ten der Her­aus­ga­be einer unge­recht­fer­tig­ten Berei­che­rung for­dern, wenn die Ehe­schlie­ßung unter­bleibt.

Nich­ti­ges Ver­löb­nis – Geschen­ke zurück

Dass das Ver­löb­nis zwi­schen den Betei­lig­ten durch die zwi­schen­zeit­li­che Ehe­schlie­ßung der Ver­lob­ten mit einem ande­ren Mann­nich­tig gewor­den ist, steht dem Her­aus­ga­be­an­spruch des Ver­lob­ten nicht ent­ge­gen. Dies gilt nach Ansicht des Schles­wig-Hol­stei­ni­schen Ober­lan­des­ge­richts auch für sol­che Geschen­ke (hier: ein Por­sche Pan­ame­ra), die der "Ver­lob­te" sei­ner "Ver­lob­ten" in Unkennt­nis von deren zwi­schen­zeit­lich erfolg­ten ander­wei­ti­gen Hoch­zeit gemacht hat.

Eine Schen­kung des Pkw Por­sche Pan­ame­ra kann im ent­schie­de­nen Fall nur im Hin­blick auf das bestehen­de Ver­löb­nis erfolgt sein. Ande­re Grün­de sind nicht ersicht­lich.

Das Ver­löb­nis eines Ver­hei­ra­te­ten ist nach all­ge­mei­ner Mei­nung, unab­hän­gig von der Kennt­nis eines oder bei­der Betei­lig­ten, nach § 138 BGB nich­tig. Eine Nich­tig­keit des Ver­löb­nis­ses durch eine ander­wei­ti­ge Ver­hei­ra­tung schließt jedoch eine ana­lo­ge Anwen­dung der §§ 1298 ff. BGB nicht aus 1. § 1301 BGB ist anwend­bar, wenn das Ver­löb­nis nich­tig ist, der Schen­ken­de jedoch bei der Schen­kung die Tat­sa­chen nicht kann­te, son­dern die Schen­kung im Ver­trau­en auf die Gül­tig­keit des Ver­löb­nis­ses voll­zog; unter der­ar­ti­gen Umstän­den kann der Schen­ken­de, nach­dem er erkannt hat, dass es nicht zur Ehe­schlie­ßung kom­men wird, nicht schlech­ter gestellt sein, als er es bei einem gül­ti­gen Ver­löb­nis wäre 2.

Ist ein Ver­löb­nis wegen eines in der Per­son eines Ver­lob­ten lie­gen­den Grun­des (etwa weil er ver­hei­ra­tet oder schon ver­lobt ist) nich­tig, kann der gut­gläu­bi­ge ande­re Ver­lob­te Geschen­ke, die er im Ver­trau­en auf die Wirk­sam­keit des Ver­löb­nis­ses gemacht hat, gemäß § 1301 BGB bzw. in ent­spre­chen­der Anwen­dung her­aus­ver­lan­gen 3.

Schles­wig ‑Hol­stei­ni­sches Ober­lan­des­ge­richt, Beschluss vom 6. Dezem­ber 2013 – 10 UF 35/​13

  1. vgl. Palandt/​Brudermüller, BGB, 73. Aufl.2014, vor § 1297 Rn. 1[]
  2. BGH Fam­RZ 1969, 474, 475[]
  3. Hahn in Beck’scher Online-Kom­men­tar BGB, 2013, § 1301 Rn. 3, Roth in Mün­che­ner Kom­men­tar zum BGB, 6. Aufl.2013, § 1301 Rn. 2, Staudinger/​Löhning, BGB, Neu­be­ar­bei­tung 2012, § 1301 Rn. 22, alle mit Hin­weis auf BGH a.a.O.[]