Rück­for­de­rung der Zuwen­dung an den Lebens­ge­fähr­ten

Mit der Rück­for­de­rung einer Zuwen­dung an den Lebens­ge­fähr­ten hat­te sich aktu­ell der Bun­des­ge­richts­hof zu befas­sen:

Rück­for­de­rung der Zuwen­dung an den Lebens­ge­fähr­ten

Der Klä­ger ver­langt vom Nach­lass­pfle­ger der zwi­schen­zeit­lich ver­stor­be­nen Beklag­ten Rück­zah­lung einer Zuwen­dung, die er an die Beklag­te wäh­rend der zwi­schen den Par­tei­en seit 2003 bestehen­den nicht­ehe­li­chen Lebens­ge­mein­schaft geleis­tet hat.

Der Klä­ger war Inha­ber eines Spar­briefs in Höhe von 50.000 € mit Lauf­zeit bis 27.10.2009. Im Mai 2007 bega­ben sich die Par­tei­en auf eine mehr­mo­na­ti­ge gemein­sa­me Euro­pa­rei­se. Kurz vor dem geplan­ten Abrei­se­da­tum ver­an­lass­te der Klä­ger, dass der Spar­brief über 50.000 € auf­ge­teilt wur­de. Eines der neu­en Papie­re über einen Betrag von 25.000 € wur­de auf den Namen der Beklag­ten aus­ge­stellt.

Anfang Okto­ber 2008 trenn­ten sich die Par­tei­en durch Aus­zug der Beklag­ten aus der gemein­sa­men Woh­nung. Mit der Kla­ge hat der Klä­ger zunächst die Her­aus­ga­be des Spar­briefs gel­tend gemacht und ver­langt nun­mehr nach Gut­schrift des Geld­be­trags auf einem Kon­to der Beklag­ten die Zah­lung von 25.000 € zuzüg­lich Zin­sen.

Das erst­in­stanz­lich mit dem Rechts­streit befass­te Land­ge­richt Cott­bus hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben 1. Auf die Beru­fung des Nach­lass­pfle­gers hat das Bran­den­bur­gi­sche Ober­lan­des­ge­richt die Kla­ge abge­wie­sen und ange­nom­men, es lie­ge eher eine Schen­kung als eine unbe­nann­te Zuwen­dung unter Lebens­ge­fähr­ten vor. Der Zuwen­dung lie­ge weder eine Zweck­ab­re­de zugrun­de, noch sei die Geschäfts­grund­la­ge für die Zuwen­dung weg­ge­fal­len 2. Mit der vom Bun­des­ge­richts­hof zuge­las­se­nen Revi­si­on hat der Klä­ger sei­nen Antrag wei­ter­ver­folgt und nun Recht erhal­ten:

Der Bun­des­ge­richts­hof ent­schied, dass die Aus­stel­lung des Spar­brie­fes auf den Namen der Beklag­ten als eine unbe­nann­te Zuwen­dung und nicht als Schen­kung ein­zu­ord­nen ist, da sie der Ver­wirk­li­chung, Aus­ge­stal­tung und Erhal­tung der nicht­ehe­li­chen Lebens­ge­mein­schaft der Par­tei­en die­nen soll­te. Hier­ge­gen spricht nicht, dass die Zuwen­dung die Beklag­te erst für den Fall des Todes des Klä­gers finan­zi­ell absi­chern soll­te, weil in der zugrun­de­lie­gen­den Abre­de gleich­wohl zum Aus­druck kommt, dass die Soli­da­ri­tät der Par­tei­en auch über den Tod des Klä­gers hin­aus wir­ken und damit zugleich die Ver­bun­den­heit der Lebens­part­ner zu Leb­zei­ten bekräf­tigt wer­den soll­te. Mit der Been­di­gung der nicht­ehe­li­chen Lebens­ge­mein­schaft ist die­se Grund­la­ge der Zuwen­dung weg­ge­fal­len, wes­halb dem Klä­ger nach § 313 BGB ein Anspruch auf Rück­zah­lung zusteht.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 6. Mai 2014 – X ZR 135/​11

  1. LG Cott­bus, Urteil vom 29.10.2010 – 3 O 240/​09[]
  2. OLG Bran­den­burg, Urteil vom 18.10.2011 – 10 U 6/​10[]