Schei­dung ohne Ent­schei­dung über die Fol­ge­sa­chen

Wird von dem Amts­ge­richt einem Schei­dungs­an­trag ver­fah­rens­feh­ler­haft vor der Ent­schei­dung über eine Fol­ge­sa­che statt­ge­ge­ben, schafft dies eine selb­stän­di­ge Beschwer, die mit der Beschwer­de gegen den Schei­dungs­be­schluss gerügt wer­den kann 1.

Schei­dung ohne Ent­schei­dung über die Fol­ge­sa­chen

Wen­det sich der Rechts­mit­tel­füh­rer dabei gegen einen erst­in­stanz­li­chen Schei­dungs­aus­spruch, steht der Zuläs­sig­keit eines Antra­ges auf Auf­he­bung und Zurück­ver­wei­sung der Sache nicht wie das Beschwer­de­ge­richt offen­sicht­lich meint schon der Umstand ent­ge­gen, dass der Beschwer­de­füh­rer nach dem Inhalt sei­ner Beschwer­de­be­grün­dung dem Schei­dungs­be­geh­ren sei­nes Ehe­gat­ten in der Sache nicht ent­ge­gen­tre­ten und die Ehe selbst nicht auf­recht­erhal­ten will. Denn wird von dem Amts­ge­richt einem Schei­dungs­an­trag zu Unrecht vor der Ent­schei­dung über eine Fol­ge­sa­che statt­ge­ge­ben, schafft dies nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs eine selb­stän­di­ge Beschwer, die mit der (Erst-) Beschwer­de gegen den Schei­dungs­be­schluss gerügt wer­den kann 2.

In die­sen Fäl­len ver­folgt der Rechts­mit­tel­füh­rer mit einem auf Auf­he­bung und Zurück­ver­wei­sung gerich­te­ten Beschwer­de­an­trag in zuläs­si­ger Wei­se das Ziel, dass nach der von ihm begehr­ten Zurück­ver­wei­sung der Sache an das Amts­ge­richt zugleich mit dem Schei­dungs­aus­spruch über die von ihm gel­tend gemach­ten Ansprü­che in Fol­ge­sa­chen ent­schie­den wird 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 4. Sep­tem­ber 2013 – XII ZB 87/​12

  1. Fort­füh­rung von BGH, Urtei­le vom 01.10.2008 – XII ZR 172/​06, Fam­RZ 2008, 2268; und vom 14.12.1983 – IVb ZR 62/​82, Fam­RZ 1984, 254; Abgren­zung zu BGH; Urteil vom 26.06.2013 – XII ZR 133/​11[]
  2. BGH, Urtei­le vom 01.10.2008 – XII ZR 172/​06 Fam­RZ 2008, 2268 Rn. 5; und vom 14.12.1983 – IVb ZR 62/​82 Fam­RZ 1984, 254, 255; anders dage­gen bei erst­ma­li­ger Rüge in der Rechts­be­schwer­de­instanz, vgl. hier­zu BGH, Urteil vom 26.06.2013 – XII ZR 133/​11, Fam­RZ 2013, 1366 Rn. 15 f.[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 27.03.1996 -XII ZR 83/​95 Fam­RZ 1996, 1070, 1071[]