Schei­dungs­ver­bund – und die Teil­ent­schei­dung zum Zuge­winn­aus­gleich

Aus §§ 142 Abs. 1 i.V.m. 137 Abs. 1 FamFG folgt, dass ohne die Abtren­nung eines Ver­bund­ver­fah­rens nach § 140 FamFG Teil­ent­schei­dun­gen nicht zuläs­sig sind 1.

Schei­dungs­ver­bund – und die Teil­ent­schei­dung zum Zuge­winn­aus­gleich

Liegt dage­gen eine feh­ler­haf­te Ver­bund­ent­schei­dung vor, weil eine unzu­läs­si­ge Teil­ent­schei­dung getrof­fen wur­de, so hat das Beschwer­de­ge­richt die Ent­schei­dung der ers­ten Instanz auf­zu­he­ben und das Ver­fah­ren antrags­ge­mäß zur Her­stel­lung des Ver­bunds an die­ses zurück­zu­wei­sen.

Inso­weit liegt ein wesent­li­cher Ver­fah­rens­man­gel im Sinn des §§ 117 Abs. 2 i.V.m. 538 Abs. 2 Nr. 1 ZPO vor 2.

Dies ist jeden­falls dann sinn­voll, wenn bei dem Fami­li­en­ge­richt noch eine Ver­bund­ent­schei­dung wie hier erreicht wer­den kann 3 und das Fami­li­en­ge­richt noch kei­ne umfas­sen­de Ent­schei­dung über die Sache im Sin­ne des § 69 Abs. 1 Satz 2 FamFG getrof­fen hat 4.

Selbst wenn aus der für die Fra­ge der Sach­ent­schei­dung maß­geb­li­chen Sicht des Aus­gangs­ge­richts 5 eine Sach­ent­schei­dung bereits getrof­fen sein soll­te, lie­gen auch die Vor­aus­set­zun­gen einer Zurück­ver­wei­sung gemäß § 69 Abs. 1 Satz 3 FamFG vor, wenn jeden­falls die Antrag­stel­le­rin in ihrer Beschwer­de­er­wi­de­rung die Auf­he­bung des Beschlus­ses und Zurück­ver­wei­sung der Sache an das Fami­li­en­ge­richt bean­tragt. Der in der Lite­ra­tur geführ­te Streit, ob in die­sem Fall grund­sätz­lich ein Zurück­ver­wei­sungs­an­trag not­wen­dig 6 und jeden­falls dann in Ehe- und Fami­li­en­streit­sa­chen gemäß § 117 Abs. 2 Satz 1 FamFG, 538 Abs. 2 Nr. 7, Abs. 2 Satz 3 ZPO ent­behr­lich ist oder nicht 7, kann daher dahin­ge­stellt blei­ben. Das Ver­fah­ren ist somit gem. § 69 Abs. 1 Satz 3 FamFG zurück­zu­ver­wei­sen.

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Beschluss vom 18. März 2016 – 18 UF 38/​16

  1. Musielak/​Borth, Fami­li­en­ge­richt­li­ches Ver­fah­ren, 5. Aufl., § 142 RZ 4; BGH Fam­RZ 2008, 2268[]
  2. Musielak/​Borth a.a.O. § 142 RZ 9[]
  3. Kei­del-Weber a.a.O. § 142 RZ 4[]
  4. Kei­del-Ster­nal a.a.O. § 69 RZ 14a[]
  5. vgl. Münch­Komm- FamFG-Fischer, 2. Aufl. § 69 RZ 40[]
  6. so wohl Münch­Komm-BGB/­FamFG-Fischer a.a.O.[]
  7. vgl. Kei­del-Ster­nal a.a.O.[]