Streit­wert im Zuge­winn­aus­gleichs­ver­fah­ren

Für die Bemes­sung des Werts des Beschwer­de­ge­gen­stands bei der Ver­pflich­tung zur Aus­kunfts­er­tei­lung im Zuge­winn­aus­gleichs­ver­fah­ren ist das Inter­es­se des Rechts­mit­tel­füh­rers maß­ge­bend, die Aus­kunft nicht ertei­len zu müs­sen.

Streit­wert im Zuge­winn­aus­gleichs­ver­fah­ren

Der Bun­des­ge­richts­hof hat bereits mehr­fach über die Fra­ge des Werts des Beschwer­de­ge­gen­stands bei der Ver­pflich­tung zur Aus­kunfts­er­tei­lung ent­schie­den [1].

Für die Bemes­sung des Werts des Beschwer­de­ge­gen­stands bei der Ver­pflich­tung zur Aus­kunfts­er­tei­lung im Zuge­winn­aus­gleichs­ver­fah­ren ist das Inter­es­se des Rechts­mit­tel­füh­rers maß­ge­bend, die Aus­kunft nicht ertei­len zu müs­sen. Abge­se­hen von dem Fall eines beson­de­ren Geheim­hal­tungs­in­ter­es­ses ist auf den Auf­wand an Zeit und Kos­ten abzu­stel­len, den die sorg­fäl­ti­ge Ertei­lung der geschul­de­ten Aus­kunft erfor­dert [2].

Die Kos­ten der Zuzie­hung einer sach­kun­di­gen Hilfs­per­son – etwa für die Bewer­tung von Unter­neh­mens­be­tei­li­gun­gen – kön­nen bei der Bemes­sung des Wer­tes des Beschwer­de­ge­gen­stan­des nur berück­sich­tigt wer­den, wenn sie zwangs­läu­fig ent­ste­hen, weil der Aus­kunfts­pflich­ti­ge zu einer sach­ge­rech­ten Aus­kunfts­er­tei­lung nicht in der Lage ist [3]. Dafür war im vor­lie­gen­den Fall nichts vor­ge­tra­gen oder sonst ersicht­lich. Das Amts­ge­richt hat den Antrag­stel­ler ledig­lich zur Vor­la­ge von Bestä­ti­gun­gen der Unter­neh­men bzw. Treu­hän­der ver­pflich­tet.

Der eige­nen Zeit­auf­wand des Antrag­stel­lers ist ent­spre­chend den Bestim­mun­gen für die Ent­schä­di­gung von Zeu­gen nach dem JVEG mit maxi­mal 17 € pro Stun­de zu bewer­ten [4].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 2. April 2014 – XII ZB 486/​12

  1. BGH, Beschlüs­se vom 23.03.2011 XII ZB 436/​10 FamRZ 2011, 882 Rn. 9 ff. mwN; vom 11.09.2013 XII ZB 457/​11 FamRZ 2014, 27 Rn. 8 ff. mwN; und vom 22.01.2014 XII ZB 278/​13 FamRZ 2014, 644 Rn. 6 ff. mwN[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 22.01.2014 XII ZB 278/​13 FamRZ 2014, 644 Rn. 6 mwN; und vom 11.09.2013 XII ZB 161/​13, mwN[]
  3. BGH, Beschluss vom 22.01.2014 XII ZB 278/​13 FamRZ 2014, 644 Rn. 11 mwN[]
  4. vgl. BGH, Beschluss vom 22.01.2014 XII ZB 278/​13 FamRZ 2014, 644 Rn. 12 mwN[]