Tür­öff­nungs­kos­ten der Betreu­ungs­be­hör­de

Tür­öff­nungs­kos­ten, wel­che der Betreu­ungs­be­hör­de anläss­lich der Vor­füh­rung des Betrof­fe­nen zu einer Unter­su­chung ent­ste­hen, hat die­se selbst zu tra­gen.

Tür­öff­nungs­kos­ten der Betreu­ungs­be­hör­de

Die Fra­ge der Erstat­tungs­fä­hig­keit von Tür­öff­nungs­kos­ten anläss­lich der Vor­füh­rung eines Betrof­fe­nen durch die Betreu­ungs­be­hör­de nach § 283 FamFG ist umstrit­ten. Teil­wei­se wird die Betreu­ungs­be­hör­de inso­weit als Voll­zie­hungs­or­gan des Betreu­ungs­ge­richts gese­hen. Ihre hier­durch ent­stan­de­nen Aus­la­gen sei­en Teil der Gerichts­kos­ten und als sol­che aus der Lan­des­kas­se zu erstat­ten 1. Die gegen­tei­li­ge Auf­fas­sung lehnt eine Erstat­tungs­fä­hig­keit ange­fal­le­ner Aus­la­gen auf Sei­ten der Betreu­ungs­be­hör­de ab, da die­se im Rah­men von § 283 FamFG in ori­gi­när eige­ner Zustän­dig­keit tätig wer­de 2.

Die zuletzt genann­te Auf­fas­sung trifft zu. Eine Betreu­ungs­be­hör­de, die einen Betrof­fe­nen zum Zweck der Begut­ach­tung nach § 283 FamFG vor­führt, nimmt eine ori­gi­när eige­ne Auf­ga­be im Sin­ne von § 8 Abs. 1 Satz 1 BtBG wahr und hat dem­zu­fol­ge die hier­durch ver­ur­sach­ten Kos­ten selbst zu tra­gen. Ange­sichts der spe­zi­al­ge­setz­lich gere­gel­ten Auf­ga­ben­zu­wei­sung in § 283 FamFG kann ins­be­son­de­re nicht von einem Tätig­wer­den der Betreu­ungs­be­hör­de im Wege der Amts­hil­fe aus­ge­gan­gen wer­den 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. Novem­ber 2015 – XII ZB 105/​13

  1. vgl. OLG Köln OLGR 2004, 425 f.; LG Saar­brü­cken Fam­RZ 2013, 399; HK-BUR/­Walt­her [Stand: August 2015] § 10 BtBG nF Rn. 77 ff. mwN[]
  2. vgl. LG Fran­ken­thal Beschluss vom 27.07.2009 1 T 144/​09 10 ff.; LG Koblenz Fam­RZ 2004, 566; LG Frei­burg Beschluss vom 14.10.2002 4 T 212/​02 7 f.[]
  3. vgl. BGHZ 148, 139 = NJW 2001, 2799[]