Umgangs­recht mit dem Fami­li­en­hund?

Da heißt es wohl Abschied neh­men: Einem getrennt leben­den Ehe­gat­ten­steht kein recht­li­cher Anspruch auf ein Umgangs­recht mit einem wäh­rend der Ehe­zeit ange­schaff­ten bei dem ande­ren Ehe­gat­ten leben­den Hund zusteht.

Umgangs­recht mit dem Fami­li­en­hund?

In einem Fall des Ober­lan­des­ge­richts Hamm ver­blieb der wäh­rend der Ehe­zeit ange­schaff­te Hund nach der Tren­nung der Par­tei­en ver­ein­ba­rungs­ge­mäß bei dem Ehe­mann. Die Ehe­frau woll­te an zwei Tagen in der Woche für jeweils eini­ge Stun­den ein Umgangs­recht mit dem Hund gericht­lich durch­set­zen und begehr­te hier­für die Bewil­li­gung von Ver­fah­rens­kos­ten­hil­fe.
Die­se moch­ten ihr die Rich­ter frei­lich nicht zubil­li­gen:

Ein gesetz­li­cher Anspruch auf eine zeit­lich begrenz­te Nut­zungs­re­ge­lung hin­sicht­lich des Hun­des besteht nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts Hamm nicht. Mit den Vor­schrif­ten über die Haus­rats­ver­tei­lung bei Getrennt­le­ben der Ehe­gat­ten kön­ne die begehr­te zeit­wei­se Nut­zungs­re­ge­lung nicht begrün­det wer­den. Es wer­de nicht die Zuwei­sung für die Dau­er der Tren­nung, son­dern nur die zeit­wei­se Nut­zung ver­langt. Die Rege­lun­gen über das Umgangs­recht mit dem Kind könn­ten nicht ent­spre­chend ange­wen­det wer­den. Bei die­sen Bestim­mun­gen gin­ge es in ers­ter Linie um das Wohl des Kin­des und nicht um die emo­tio­na­len Bedürf­nis­se des ande­ren Ehe­gat­ten.

Ober­lan­des­ge­richts Hamm, Beschluss vom 25. Novem­ber 2010 – II-10 WF 240/​10