Umrech­nung dyna­mi­sier­ter Kin­des­un­ter­halts­ti­tel

Die Umrech­nung dyna­mi­sier­ter Titel über den Kin­des­un­ter­halt zum 1. Janu­ar 2008 nach § 36 Nr. 3 Satz 4 lit. a EGZPO in einen Pro­zent­satz des Min­dest­un­ter­halts nach § 1612 a BGB hat für jedes Kind geson­dert zu erfol­gen. Sie ergibt bezo­gen auf den 1. Janu­ar 2008 nur einen ein­heit­li­chen Pro­zent­satz, der sodann auch Anwen­dung fin­det, wenn das Kind in eine höhe­re Alters­stu­fe wech­selt.

Umrech­nung dyna­mi­sier­ter Kin­des­un­ter­halts­ti­tel

Nach § 36 Nr. 3 Satz 1, 2 EGZPO gel­ten auf einen Pro­zent­satz des jewei­li­gen Regel­be­trags nach der Regel­be­trag­Ver­ord­nung lau­ten­de Titel auch nach Inkraft­tre­ten des Unter­halts­rechts­än­de­rungs­ge­set­zes vom 21.12.2007 fort. An die Stel­le des Regel­be­trags tritt der Min­dest­un­ter­halt. An die Stel­le des bis­he­ri­gen Pro­zent­sat­zes tritt ein neu­er Pro­zent­satz. Die­ser ergibt sich gemäß § 36 Nr. 3 Satz 4 lit. a EGZPO bei Titeln, die die Anrech­nung des hälf­ti­gen Kin­der­gelds vor­se­hen, indem dem bis­her zu zah­len­den Unter­halts­be­trag das hälf­ti­ge Kin­der­geld hin­zu­ge­rech­net wird und der sich so erge­ben­de Betrag in Ver­hält­nis zu dem bei Inkraft­tre­ten des Geset­zes zur Ände­rung des Unter­halts­rechts gel­ten­den Min­dest­un­ter­halt gesetzt wird.

Schon der Wort­laut der Vor­schrift legt nahe, dass es sich um einen ein­heit­li­chen Pro­zent­satz han­delt, der sodann auch für wei­te­re Alters­stu­fen gilt. Die Umrech­nung dient nur der Anpas­sung an die neue gesetz­li­che Sys­te­ma­tik in § 1612 a Abs. 1 BGB. Auch die­ser ent­spricht es, dass der Pro­zent­satz für alle Alters­stu­fen ein­heit­lich fest­ge­legt wird und sich nicht beim Wech­sel von einer Alters­stu­fe zur nächs­ten ver­än­dert. Dass danach – wie auch im vor­lie­gen­den Fall – in den Unter­halts­sät­zen meh­re­rer Kin­der auf­grund des Alters­stu­fen­wech­sels Dif­fe­ren­zen ent­ste­hen kön­nen, liegt in den zum 1.01.2008 durch § 36 Nr. 4 EGZPO für eine Über­gangs­zeit abwei­chend von der Staf­fe­lung des § 1612 a Abs. 1 BGB fest­ge­leg­ten Beträ­gen begrün­det 1. Dem­nach hat die Umrech­nung bestehen­der dyna­mi­sier­ter Titel zum 1. Janu­ar 2008 nicht nur nach dem jeweils am 31. Dezem­ber 2007 gül­ti­gen Zahl­be­trag, son­dern auch nach der sei­ner­zeit gül­ti­gen Alters­stu­fe zu erfol­gen 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 18. April 2012 – XII ZR 66/​10

  1. vgl. Klink­ham­mer Fam­RZ 2008, 193, 195[]
  2. so bereits AG Kamenz Fam­RZ 2010, 819; Vos­sen­käm­per Fam­FR 2011, 73 mwN; Wendl/​Schmitz Das Unter­halts­recht in der fami­li­en­rich­ter­li­chen Pra­xis 8. Aufl. § 8 Rn. 293; Wendl/​Klinkhammer aaO § 2 Rn. 225[]